Die Neue Mitte reicht jetzt bis zur Kreissparkasse in die untere Marktstraße, die Poststraße wird in Kürze ebenfalls neu gestaltet. Auf dem Schlossplatz sind die Umbauarbeiten in vollem Gange, am Bahnhof sollen eine Tiefgarage und ein neuer Vorplatz entstehen.

Es sind nicht nur schnöde Bauvorhaben, in die Göppingen investiert. Es geht darum, die Aufenthaltsqualität in der Stadt zu erhöhen, das Bahnhofsquartier Schritt für Schritt von seinem Schmuddelimage zu befreien und das Erfolgsmodell Neue Mitte auszubauen. Das tut einer Stadt gut, die sich von Kritikern so oft vorwerfen lassen muss, man solle doch nur mal nach Schwäbisch Gmünd blicken. Dort würde so viel passieren, dort gebe es so viel Entwicklung. Mag sein, dass die Nachbarstadt hier und da über mehr Reize verfügt. Ein Grund, Göppingen in Grund und Boden zu reden, ist das nicht.

Es tut sich was in der Hohenstaufenstadt - und das nicht erst seit gestern. Manches geht zu langsam, manches wirkt ein wenig bieder. Und manches Mal fehlen vielleicht auch der Mut und die Fantasie, um neue Wege zu beschreiten. Diese Woche haben nun die neu gewählten Stadträte ihre Arbeit aufgenommen. Es ging gleich um ein ganz großes Projekt - den Bau eines zweiten zentralen Rathauses in Bahnhofsnähe. An diesem Verwaltungssitz sollen alle Dienststellen gebündelt werden, die seit Jahrzehnten in der Stadt verstreut untergebracht sind - meist in sehr alten, sanierungsbedürftigen Häusern. Nicht barrierefrei, und mit bedenklicher Energiebilanz.

Die Notwendigkeit, moderne und damit attraktive Verwaltungsarbeitsplätze zu schaffen, wurde von den Stadtpolitikern schon vor Jahren erkannt - und ausführlich erörtert. Zuletzt im Zusammenhang mit dem geplanten, dann aber nicht zustande gekommenen Kauf des Dienstleistungszentrums in der Jahnstraße.

Diese Woche nun stand ein Rathaus-Neubau auf dem von der Stadt am Bahnhof erworbenen Gelände auf der Tagesordnung. Die Verwaltung wünscht sich bis zu den Ferien einen Grundsatzbeschluss, damit sie die Planung ankurbeln und bis Herbst offene Fragen klären kann. Um einen Baubeschluss geht es jetzt noch nicht. Eine schwarz-grün-liberale Koalition im neuen Gemeinderat steht hinter diesem Zeitplan. Das ist gut so und hat nichts mit Hektik zu tun. Das gemeinsame Ziel lautet: Beratung und Planung ja, Leerlauf und Stillstand nein. So gehts Göppingen gut.