Göppingen LEITARTIKEL FRISCH AUF: Göppinger Höhenflug

Göppingen / WOLFGANG KARCZEWSKI 11.10.2014
Wer hätte das vor der neuen Saison gedacht? Mit 11:3 Punkten rangieren die Bundesliga-Handballer von Frisch Auf Göppingen auf Platz drei und befinden sich damit in illustrer Gesellschaft mit Champions-League-Teilnehmer Rhein-Neckar-Löwen und Seriensieger THW Kiel.

Vor allem die Heimbilanz ist imponierend: Vier Spiele, vier Siege - bereits jetzt so viele wie in der gesamten vergangenen Saison. Gut möglich, dass die Mannschaft von Neu-Trainer Magnus Andersson heute Abend in der EWS-Arena gegen GWD Minden ein fünftes Mal zuschlägt und die zwei Punkte wieder unterm Hohenstaufen bleiben.

Der Erfolg der Frisch-Auf-Profis hat viele Väter: Dabei ist als erstes Coach Andersson zu nennen, der vor der Saison Interimstrainer Aleksandar Knezevic beerbte, der im vergangenen Dezember für den beurlaubten Übungsleiter Velimir Petkovic in die Bresche sprang und das Team auf Platz zwölf führte. Der neue Trainer aus dem schwedischen Linköping verstand es von Anfang an, die Spieler mit seinen neuen Ideen mitzureißen, ihnen neues Selbstbewusstsein einzuflößen und den Spaß am Handball zurückzugeben.

Die Aufregung um die Verstöße von Spielmacher Michael "Mimi" Kraus gegen die Dopingrichtlinien störte zwar die Vorbereitung auf die neue Spielzeit; doch als die erste Sirene der Runde im Heimspiel gegen die Füchse Berlin ertönte, war die Mannschaft hellwach. Dieser Begegnung, die die Göppinger gegen den favorisierten Pokalsieger verdient mit 29:27 gewannen, kam eine besondere Bedeutung zu. Getragen von dem Erfolgserlebnis, kam der Frisch-Auf-Motor in Schwung, die Truppe blieb zu Saisonbeginn fünf Mal ungeschlagen. Erst die 20:26-Niederlage bei den Rhein-Neckar-Löwen beendete die beeindruckende Serie.

Bei der Verpflichtung der Neuzugänge Kévynn Nyokas, Anton Halén und Zarko Sesum hatten Manager Gerd Hofele, Knezevic, der jetzt als Sportlicher Leiter im Klub fungiert, und Andersson ein glückliches Händchen bewiesen. Das war in der Vergangenheit allerdings nicht immer der Fall, was sich beispielsweise in den Platzierungen nach den vergangenen beiden Runden - Platz elf und Platz zwölf - niedergeschlagen hatte.

Doch trotz aller Euphorie um den Verein dürfen Fans und Verantwortliche nicht vergessen, dass die Andersson-Truppe erst sieben von 36 Spielen absolviert hat. Und dicke Brocken wie Kiel oder Flensburg-Handewitt haben ihre Klingen noch nicht mit den Göppingern gekreuzt.

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