Noch steht die große Halle leer, lediglich die Wände wurden schon frisch gestrichen - in weiß und grau. Göppingens Oberbürgermeister Guido Till kommt über ein paar Treppen in den Raum im westlichen Teil des Göppinger Bahnhofs. Hier lässt die Stadt derzeit ein Fahrradparkhaus mit 140 neuen Stellplätzen errichten. "Der Bedarf ist da", sagt Till. Es sei Zeit geworden, den Menschen einen zusätzlichen Raum zum Unterstellen für Zweiräder anzubieten.

Noch vor den Sommerferien soll das videoüberwachte Parkhaus seine Pforten für Pendler öffnen. Diese können dann ihr Rad kostenlos in einem der vielen Ständer oder gegen eine Gebühr von zwei Euro pro Tag in einer abgeschlossenen Boxen abstellen, sagt Stadtbaudirektor Helmut Renftle. Die endgültigen Preise müsse der Gemeinderat jedoch Anfang Juni noch festlegen. "Bei der Bahn bekommen sie für zwei Euro gerade einmal eine kleine Box", scherzt Renftle mit Blick zum Durchgang in die Bahnhofsvorhalle. Zehn Radler können eine Box auch dauerhaft mieten.

Im Bereich rund um den Bahnhof sollen die Menschen künftig weder Autos noch Fahrräder abstellen, sagt Renftle. Um die Halle umzugestalten, gibt die Stadt 180 000 Euro aus. Für diese Summe werde sie renoviert und eingerichtet. Die Stadt bezahlt der Bahn 900 Euro Miete pro Monat, damit die den Seitenflügel nutzen darf und rechnet mit Einnahmen in Höhe von 320 Euro pro Monat.

In der Halle können die Pendler künftig auch Helme und Fahrradtaschen abschließen. Über Nacht wird der Raum abgeschlossen. Allerdings sieht Till auch schon das nächste Problem: "Wir kommen sicherlich auch bald wieder an die Kapazitätsgrenze." Wo weitere Plätze geschaffen werden könnten, steht noch nicht fest.

Zum Abstellen der Räder brauchen einige Pendler Kraft. Die Stadt lässt Doppelstock-Boxen einbauen, das heißt, ein Rad steht unten, das anderen wird auf einer Schiene geparkt und auf einen Stellplatz in einer Box darüber geschoben. Alle 20 ebenerdige Boxen werden mit je einem Elektro-Anschluss versehen, an dem die Parkhausnutzer auch ein E-Bike aufladen können. "Wir planen außerdem noch einen Verleih von Pedelecs", sagt OB Till. Angedacht sei, dass die Benutzer die elektrisch betriebenen Räder direkt aus einer Box entnehmen können.