Kreis Göppingen Langer Einsatz fürs Moor

Die Schönheit des Schopflocher Torfmoors lockt jährlich 70 000 Besucher an. Foto: Schwäbischer Albverein
Die Schönheit des Schopflocher Torfmoors lockt jährlich 70 000 Besucher an. Foto: Schwäbischer Albverein
SWP 09.08.2012
Der Schwäbische Albverein setzt sich seit vielen Jahren für den Schutz des Schopflocher Torfmoors ein. Der Verein besitzt hier mittlerweile wesentliche Flächen in dem bedeutenden Naturschutzgebiet.

"Grundbesitz ist die beste Form des Naturschutzes", sagt der Vizepräsident des Schwäbischen Albvereins Reinhard Wolf. Beim Albverein, der seit 1994 auch anerkannter Naturschutzverband ist, schätze man den Erwerb von Land als wichtiges Instrument, um nachhaltig Naturschutz zu betreiben. Ein ganz besonderer Landschafts- und Lebensraumtyp ist das Schopflocher Moor. Der Schwäbisch Albverein besitzt hier zusammen mit der Torfmoorstiftung Schopfloch wesentliche Flurstücke im Bereich des Moores und seiner Umgebung.

Schon im Jahr 1976 etablierte der Albverein erste Besucherlenkungsmaßnahmen. "Damals haben wir über das Moor den ersten Holzbohlenpfad Deutschlands verlegt", so Wolf. Für seine jahrzehntelangen Leistungen im Naturschutzgebiet Schopflocher Moor wurde der Albverein im Dezember vergangenen Jahres sogar mit dem Umweltpreis "Eco Award" des Europäischen Wanderverbands ausgezeichnet.

"Unsere Strategie des schrittweise erfolgten Grunderwerbs, die beispielhaften Landschaftspflegemaßnahmen zur Offenhaltung des Moores sowie der besucherlenkenden Holzbohlenpfad haben sich gelohnt", freut sich Albvereinspräsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß. Nur so habe eine weitere Zerstörung gestoppt werden können. Der Schwäbische Albverein organisiert jedes Jahr einen Pflegetag, an dem rund 80 Helfer in ihrer Freizeit Sträucher und Bäume entfernen, um das Moor offen zu halten.

Seit einigen Jahren weiden auch schottische Hochlandrinder auf ausgewählten Teilfächen. Die Tiere sorgen dafür, dass das Freiland nicht von Büschen zugewuchert wird. "Die Methode hat sich sehr gut bewährt und die Artenvielfalt auf den beweideten Flächen hat zugenommen", erklärt Dr. Wolfgang Wohnhas, Geschäftsführer des Naturschutzzentrums Schopflocher Alb. Diese Art der Landschaftspflege soll deshalb auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden.

Aufgrund der Schönheit und Lage auf der Schopflocher Alb mit ihren Ausblicken ist das Schopflocher Moor ein Besuchermagnet: Etwa 70 000 Naturliebhaber laufen jährlich über den 400 Meter langen Holzbohlenpfad des knapp 80 Hektar großen Naturschutzgebiets.

Naturschutzgebiet auf der Alb

Vor 18 Millionen Jahren war die Torfgrube bei Schopfloch als Folge des Vulkanismus auf der Schwäbischen Alb entstanden.

Die Schlotfüllung eines alten Vulkanschlots war schneller verwittert als die harte Kalkgesteinumgebung, so dass sich eine Mulde mit einer Lehmschicht bildete.

Millionen Jahre später entstand darauf ein See, wo Torfmoose wuchsen und nach und nach durch Verlandung zum Moor wurden.

Durch die Torfstecherei und Entwässerung ab 1784 war das Moor bald in seiner Existenz gefährdet. Der Schwäbische Albverein hat dann erste Gegenmaßnahmen zur Rettung des Moors ergriffen. Bereits 1942 wurde das Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt.