Kreis Göppingen Landwirte befürchten Beeinträchtungen durch Landschaftspark Filseck

Nicht nur Schloss Filseck und seine unmittelbare Umgebung will die Stiftung der Kreissparkasse aufpeppen. Zwischen Uhingen, Sparwiesen, Faurndau und Jebenhausen soll ein Landschaftspark entstehen.
Nicht nur Schloss Filseck und seine unmittelbare Umgebung will die Stiftung der Kreissparkasse aufpeppen. Zwischen Uhingen, Sparwiesen, Faurndau und Jebenhausen soll ein Landschaftspark entstehen. © Foto: Giacinto Carlucci
KARIN TUTAS 14.01.2014
Der von der Stiftung Schloss Filseck der Kreissparkasse geplante Landschaftspark Filseck wurde bei einer Informationsveranstaltung kontrovers diskutiert. Vor allem Landwirte melden Bedenken an.

Martin Bareis hatte das Anschauungsmaterial gleich mitgebracht. Provokativ hielt der Obmann der Faurndauer Landwirte einen schwarzen Müllsack in die Höhe. Die Vermüllung der landwirtschaftlichen Flächen werde noch zunehmen, wenn sich auf den Wegen im Umfeld des Schlosses Filseck noch mehr Spaziergänger, Radler oder Inlineskater tummeln, befürchtet der Landwirt. Gar nicht zu sprechen von dem Gefahrenpotenzial, wenn sich Erholungssuchende und Landmaschinen ins Gehege kommen.

Thomas Wolf, Geschäftsführer der Stiftung Schloss Filseck der Kreissparkasse, der Göppinger Tiefbauamtsleiter Helmut Renftle und der Uhinger Bürgermeister Matthias Wittlinger waren gewappnet. Dass die Pläne für den Landschaftspark Filseck nicht nur auf Gegenliebe stoßen würden, das habe sich bereits abgezeichnet, erklärte Wolf am Montagabend am Rande einer Infoveranstaltung für die Bürger von Uhingen und Faurndau auf Schloss Filseck.

Insgesamt sieben Millionen Euro investiert die Stiftung, um die historische Schlossanlage aufzupeppen und so mit der Landschaft und den angrenzenden Kommunen zu verknüpfen, dass ein attraktiver Naherholungsraum entsteht. 1,15 Millionen Euro davon sollen in den Landschaftspark Filseck fließen. Entstehen soll ein Wegenetz, das markante Punkte und besondere Orte um das Schloss und den Park mit den Orten Faurndau, Uhingen und Sparwiesen verbindet. Zwar sollen südlich des Schlosses rund 300 Parkplätze entstehen, „aber das Ziel ist möglichst wenig Pkw-Verkehr zum Schloss“, betonte Landschaftsarchitekt, Professor Sigurd Karl Henne. Das Hauptaugenmerk gelte Fußgängern und Radfahrern. An 25 Orten sollen unter anderem Aussichtshügel, attraktive Sitzgelegenheiten oder naturnahe Spielplätze zum Verweilen einladen und Natur erlebbar machen.

In den Gemeinderäten kam das Vorhaben gut an

„Ein Projekt, das Lebensqualität bringt“, ist der Uhinger Rathauschef Matthias Wittlinger überzeugt. Für die Stadt Göppingen biete sich nicht zuletzt die Chance, Fußgängern und Radlern ein sicheres Überqueren der Kreisstraße von Faurndau nach Sparwiesen zu ermöglichen, erklärte Helmut Renftle. In ihren Gemeinderäten sei das Vorhaben auf große Begeisterung gestoßen, berichteten die Vertreter der Kommunen. Die rund 100 Zuhörer bei der Informationsveranstaltung am Montag hielten sich mit Lob jedoch eher zurück.

Zunächst hagelte es Kritik. „Das wird ein Landschafts-Rummelplatz“, sagte ein Besucher. Das Waldgebiet beim Charlottensee sei schon jetzt überlaufen, wandte ein anderer Zuhörer ein. Noch mehr Besucher vertrage das Gebiet nicht. „Ich glaube nicht, dass Leute aus Stuttgart kommen, um in unserem Landschaftspark spazieren zu gehen“, versuchte Helmut Renftle die Gemüter zu besänftigen. Der Landschaftspark solle vor allem ein attraktives Naherholungsgebiet für die hiesigen Bürger werden, sagte Thomas Wolf.

Die Sorge, dass hochwertige Bewirtschaftungsflächen verloren gehen, treibt vor allem die Landwirte um. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen den Landschaftspark“, erklärte Wolfgang Daiber aus Uhingen. Jedoch sei die Entflechtung von landwirtschaftlichem und Freizeitverkehr den Landwirten ein großes Anliegen. „Die Wege sind nicht in Zement gegossen“, betonte Planer Henne. Das Konzept sei flexibel und soll nun weiter mit Grundstückseigentümern und Landwirten diskutiert werden. „Wir wollen einen Konsens“, die Bürger sollen in den weiteren Prozess eingebunden werden, sicherte Thomas Wolf zu.

Drei Bausteine des Landschaftsparks

Der Landschaftspark Filseck umfasst drei Teilprojekte – das Schloss selbst, den Park und den Landschaftspark auf mehreren hundert Hektar Fläche im Bereich zwischen Uhingen, Sparwiesen, Faurndau und Jebenhausen.

Am 20. Februar will die Kreissparkassenstiftung die Weichen für Umbauten an Schloss Filseck stellen. Vorgesehen ist unter anderem ein Café mit Biergarten. Auf Hotelzimmer soll laut dem Stiftungs-Geschäftsführer Thomas Wolf verzichtet werden.

Im zweiten Schritt soll unter anderem wieder ein Schlossgarten nach historischem Vorbild entstehen und die Schlossfassade freigestellt werden. Der Landschaftspark soll in allen drei Abschnitten bis Mitte 2015 verwirklicht sein.


Die drei Bausteine des Landschaftsparks

Kommentar Landschaftspark Filseck