Kreis Göppingen / swp Behörde schließt aus, dass schwach belasteter Müll in Göppingen verbrannt wird.

Das Landratsamt Göppingen hat gestern die von der Bürgerinitiative (BI) „Besseres Müllkonzept“ in dieser Woche geäußerten Befürchtungen, im Müllheizkraftwerk (MHKW) könnte künftig radioaktiver Müll verbrannt werden, zurückgewiesen.

Bürgerinitiative und Grüne wollen Aufklärung über radioaktiven Abfall aus Neckarwestheim.

Die (BI) hatte in einer Pressemitteilung über die Entsorgung von Abfällen aus dem Atomkraftwerk Gundremmingen in die Müllverbrennungsanlage Neu-Ulm berichtet. Vor dem Hintergrund des auch in Baden-Württemberg anstehenden Rückbaus von Atomkraftwerken gemutmaßten die BI-Sprecher Michael Jaumann und Jörn Rasch, dass dies auch im (MHKW) Göppingen geschehe. „Dies ist nicht der Fall“, schreibt nun Susanne Leinberger von der Pressestelle des Landratsamts.

„Keine Anfragen zur Abnahme solcher Abfälle“

Die Betreiberin des MHKW, die EEW Energy from Waste Göppingen GmbH, habe dem Landkreis bestätigt, dass in der Vergangenheit keine sogenannten freigemessenen Abfälle angenommen worden sind. Das ist schwach radioaktiv strahlender Müll, dessen gewichtete Strahlendosis weniger als zehn Mikro-Sievert  beträgt. Laut Leinberger „sind bislang auch keine Anfragen zur Annahme solcher Abfälle eingegangen, weder durch Behörden, Kommunen oder private Entsorger“. Vielmehr seien solche Abfälle nach der Betriebsordnung für die EEW Göppingen ausdrücklich ausgeschlossen.

„Bei Abfällen aus Kernkraftwerken, die zur Verbrennung freigegeben wurden, handelt es sich ausdrücklich nicht um radioaktive Stoffe“, betont Leinberger. Solche Abfälle würden im MHKW Göppingen aber auch nicht verbrannt, noch habe EEW sich bereit erklärt, diese anzunehmen. „An dieser konsequenten Haltung wird sich auch künftig nichts ändern“, schreibt Leinberger in ihrer Pressemitteilung.

Bevor freigemessener Abfall angeliefert wird, werde vom Betreiber einer Verbrennungsanlage eine Einverständniserklärung eingeholt. „Eine solche Einverständniserklärung hat die Betreiberin nicht erteilt“, betont leinberger. „Daher wird die Mitverbrennung von Abfällen, die zur Verbrennung frei gegeben sind, in Göppingen ausgeschlossen.“