Kreis Göppingen Landkreis setzt beim Energiesparen auf einen dicken Katalog

Wärmedämmung am Haus - auch das ist Klimaschutz. Foto: Armin Weigel
Wärmedämmung am Haus - auch das ist Klimaschutz. Foto: Armin Weigel
Kreis Göppingen / ARND WOLETZ 10.05.2013
Mit einem Katalog von 160 Maßnahmen forciert der Landkreis Göppingen den Klimaschutz: von Hausmeisterschulungen über Altbausanierung bis zum Car-Sharing-Pool reichen die Vorschläge.

Es ist ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2050 will der Landkreis seinen Energiebedarf selber decken. Während auf Bundesebene die Energiewende anrollt, tüftelt der Kreis Göppingen an seinem Klimaschutzkonzept. In Workshops wurden die ersten Schritte eingeleitet. Die Energieagenturen der Landkreise Göppingen und Karlsruhe haben zusammen mit der Geschäftsstelle Klimaschutz im Umweltschutzamt des Landkreises jetzt 160 Vorschläge in einem Katalog zusammengefasst. Das Papier soll den 38 Kommunen im Landkreis als Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe dienen. In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses stellte Cathleen Sommer von der Geschäftsstelle den Katalog vor.

Jeder der Vorschläge wurde in einen Themenbereich einsortiert und unter anderem eine Kostenschätzung, aber auch eine Bewertung abgegeben. Einige Beispiele: Vorgeschlagen wird die Gründung eines Energie- und Klimaschutzbeirats, der die Aktivitäten abstimmen soll. In kommunalen und privaten Liegenschaften könnte der Energieverbrauch optimiert werden: mit Energie-Standards, für deren Umsetzung konsequent Fördergeld eingetrieben wird oder durch Verbesserung der Gebäudetechnik bis hin zum Bedienungspersonal.

Das Beratungsangebot für Bauherren soll ausgebaut werden. Altbauten sollten nach bestimmten Standards saniert und besonders gelungene Beispiele ausgezeichnet werden. Wenn es ums Geld geht, könnten regionale Klimafonds lokale Projekte unterstützen. In Richtung Öffentlichkeit zielt ein Informationsportal im Internet oder das Entwickeln einer "Dachmarke Klimaschutz im Landkreis". Für einen Slogan und ein Logo sind 5000 bis 15.000 Euro fällig, so die Schätzung.

Angestrebt wird die stärkere Nutzung von Wasserkraft, Photovoltaik und Windenergie, aber auch des Potenzials von Abfällen und Biomasse. Auf der Liste steht zudem die Integration in das Stuttgarter S-Bahn-System und Car-Sharing-Projekte in städtischen Gebieten.

"Vor zwei Jahren haben wir noch herum gestochert, jetzt haben wir etwas Handfestes", sagte Arnulf Wein (SPD) im Ausschuss. "Was mich überzeugt hat ist die Systematik, meinte Landrat Edgar Wolff. "Wir sind zwar noch im Bereich der Theorie. Aber es wird konkret." Werner Stöckle (FW) mahnte: "Ohne Engagement der Bevölkerung werden wir das nicht schaffen." Er regte an, in den Kommunen Klimabotschafter als Multiplikatoren zu suchen.

Aus den 160 Vorschlägen werden derzeit "Top-Umsetzungsmaßnahmen" ausgewählt. Im Juli wird der Umweltausschuss darüber beraten. Dann soll auch das Plenum das Klimaschutzkonzept verabschieden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel