Jebenhausen Lärm: Anwohner laufen Sturm

Lärm an der Wasenhalle sorgt für Unmut.
Lärm an der Wasenhalle sorgt für Unmut. © Foto: Staufenpress
Jebenhausen / Margit Haas 12.10.2018
Ihre Geduld ist endlich: Nachbarn der Jebenhäuser Wasenhalle nehmen Lärmbelästigungen nicht mehr hin.

Vor kurzem meldete die Polizei einen Vorfall an der Jebenhäuser Wasenhalle: Zu einer tätlichen Auseinandersetzung gerufen, waren die Beamten „erheblich beleidigt“ worden, konnten die Situation nur mit einem „massiven Polizeiaufgebot“ beruhigen. Nach Aussagen der Anwohner scheint der Vorfall kein Einzelfall zu sein. Regelmäßig beklagen sie Lärmbelästigungen bis tief in die Nacht, berichten von unangemeldeten Feuerwerken und gar Gewehrsalven, von „Gewaltandrohungen gegenüber Anwohnern“.

Stefan Rother ist einer der Nachbarn, der nun die Situation nicht länger hinnehmen will. Sie dauert bereits seit Jahren an „und ist spätestens seit dem 12. Februar 2014 bekannt“. Damals habe „ein Krisentreffen zwischen Vertretern der Stadt, des Turnvereins und den Anwohnern“ stattgefunden. Die Stadt ist Besitzerin der Wasenhalle, hat sie dem Turnverein vermietet – und der vermietet sie weiter. Aber nicht nur an Vereinsmitglieder, die dort vielleicht einmal einen runden Geburtstag feiern. „Dagegen haben wir überhaupt keine Einwände und bei diesen Feiern gibt es auch keine Probleme“, betont Rother. Hochzeiten oder sogenannte „Henna-Partys“ uferten aber regelmäßig aus. „Trotz geschlossener Fenster ist vor zwei Uhr nachts an Schlaf nicht zu denken“, beklagt er.

Zwar habe es nach dem Gespräch vor vier Jahren Vereinbarungen gegeben. Die seien aber eher schwammig formuliert. Erreicht worden sei, dass im Juli und August „keine Fremdveranstaltungen stattfinden dürfen und das übrige Jahr nur eine pro Monat“. Nach der Wahrnehmung der Nachbarschaft hält sich der TV aber nicht daran. Weitere Gespräche mit der Stadt hätten bislang keine Verbesserungen erbracht. „Wir haben das Gefühl, sie will sich nicht bewegen“, sagt der Anwohner. Auch eine Veranstaltungsliste, die vom Verein zugesagt und von der Stadt angemahnt worden sei, sei von Seiten des TV nicht vorgelegt worden.

Friedrich Schiller, beim Jebenhäuser Turnverein zuständig für die Vermietung der Wasenhalle, sagt auf Nachfrage: „Ich verstehe die Nachbarn voll.“ Änderungen werde es aber dennoch nicht geben. Er verweist auf die Verträge, die der TV mit den externen Veranstaltern abschließt und die ausdrücklich auf die Nachtruhe ab 22 Uhr hinweisen. „Danach müssen die Anwohner halt die Polizei rufen“, sagt er. „Es ist doch kein Zustand, dass wir regelmäßig die Polizei rufen müssen“, hält Rother dagegen. „Bislang wurden wir eher selten zur Wasenhalle gerufen“, sagt jedoch Claudia Kappeler, Sprecherin des Polizeipräsidiums Ulm.

Gespräch am Montag

Am kommenden Montag wird es ein weiteres Gespräch aller Beteiligten geben. Stefan Rother geht mit klaren Vorstellungen hinein: „Die Drittvermietungen einstellen, das wäre für uns die Lösung.“ Von Seiten der Stadt war keine Stellungnahme zu erhalten. „Wir wollen dem Gespräch am Montag nicht vorgreifen“, so Pressesprecher Olaf Hinrichsen.

Info Die Wasenhalle wurde 1907 anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Turnvereines eingeweiht. Ihre Fenster stammen aus der Ende 1899 abgebrochenen Synagoge der aufgelösten jüdischen Gemeinde.

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