Göppingen Kunstkalender: Staufen zwischen Feuer und Eis

Harald Immig malt "seinen Berg", den Hohenstaufen als kälteklirrenden Gipfel in Eisblau.
Harald Immig malt "seinen Berg", den Hohenstaufen als kälteklirrenden Gipfel in Eisblau.
Göppingen / MARCUS ZECHA 19.12.2014
Für seinen Kunstkalender 2015 hat Harald Immig neben Lyrik wieder Aquarelle mit Landschaften aus nah und fern ausgesucht. Stauferland-Motive stehen neben Stillleben und einer Impression aus Übersee.

Seit mehr als 25 Jahren legt der Hohenstaufener Künstlerpoet Harald Immig jeden Winter seinen künstlerisch und handwerklich hochwertigen Kalender auf: in solidem Druck, großem Format, die zwölf farbenfrohen, stimmungsvollen Aquarelle mit Gedichten und Gedanken kommentierend.

Beim Immig-Kalender 2015 mit dem Titel "Poesie der Landschaft" ist dies nicht anders. Auch dieses Jahr überwiegen neben Stillleben die Landschaftsmotive aus dem Stauferland. Gleich drei Mal ist der Hohenstaufen zu sehen. Als Titelblatt prangt der Göppinger Hausberg im feuerroten Dämmerlicht wie ein brodelnder Vulkan. Im Juni steigt er, umrankt von Bäumen, sanft aus Wiesen- und Waldlandschaften auf. In krassem Kontrast dazu das Dezemberblatt: Dort zeigt sich ein eisklirrender Gipfel in Eisblau, steil aufragend wie das Matterhorn. Eindrucksvoll ist auch das Novemberblatt, wie die Oberhofenkirche sich in verwunschener Landschaft verbirgt. Natur und Kultur sind hier innig miteinander verflochten, ein vorsichtig gebändigter Wildpark als Sinfonie zwischen Grün und Grau.

Ferner zeigt Harald Immig eine fragile Winterimpression der Jagst ("Ein Landschaftsbild wie Glas. . ."), eine Trauerweide "mit grünem Haar" sowie eine malerische Ahnung des wilden Kanada - hier sind die Himmel so weit wie die endlosen Wälder.