Städtebau Kunsthallenquartier: Räte setzen auf Wettbewerb

Der neu gestaltete Eingang der Kunsthalle (Bildmitte) versteckt sich bisher hinter dem Technischen Rathaus. Das ist eine der Problemstellungen im städtebaulichen Wettbewerb.
Der neu gestaltete Eingang der Kunsthalle (Bildmitte) versteckt sich bisher hinter dem Technischen Rathaus. Das ist eine der Problemstellungen im städtebaulichen Wettbewerb. © Foto: Staufenpress
Göppingen / ARND WOLETZ 31.01.2017

Die Göppinger Stadträte setzen große Hoffnung auf den Umbau des Kunsthallenquartiers, wollen sich aber nicht zu früh festlegen, sondern zunächst auf die Ideen der Stadtplaner warten, die beim städtebaulichen Wettbewerb mitmachen. Den Erhalt der ehemaligen Korsettfabrik, in der heute das Technische Rathaus untergebracht ist, wollen die meisten Lokalpolitiker aber nicht in Frage stellen. Das war das Ergebnis der Debatte, als die Machbarkeitsstudie des Büros Dauner-Rommel-Schalk im Gemeinderat vorgestellt wurde.

Dabei hatte die Sitzung mit einer Überraschung begonnen. Denn beim Erstellen der Gemeinderatsvorlage sei der Stadt ein Fehler passiert, wie Baubürgermeister Helmut Renftle einräumte. Nicht nur 1,2 Millionen Euro kann die Stadt aus den Grundstücksverkäufen rund um die Kunsthalle erlösen, sondern eine Million mehr, so Renftle. Nach neuesten Berechnungen des Architekturbüros seien es sogar bis zu 3,65 Millionen Euro für das Gesamtareal. Das Kunsthallengrundstück werde selbstverständlich nicht mitverkauft.

Die Machbarkeitsstudie hält etwa 90 neue Wohnungen in dem Gebiet für möglich. Außerdem hatte sie bestätigt, dass es möglich ist, das Technische Rathaus zu etwa 26 großzügigen Loftwohnungen umzubauen. Aufgrund seines Rohbauzustandes und seiner Statik sei es hervorragend geeignet  für eine neue Nutzung, erklärte Architekt Peter-Michael Dauner. Das sahen die meisten Lokalpolitiker auch so. Horst Wohlfart (FDP/FW) hatte allerdings angeregt, den Planern möglichst viel Raum für eigene Ideen zu lassen. Im Technischen Rathaus sei der nötige Umbau aufwendig. Deshalb plädierte er dafür, es im städtebaulichen Wettbewerb offen zu lassen, ob das Gebäude erhalten werden soll oder nicht. Dieses Ansinnen stieß beim Baubürgermeister und bei den anderen Stadträten aber auf deutliche Gegenwehr. Insgesamt wollten sich die Lokalpolitiker nicht auf eine Variante aus der Machbarkeitsstudie für das neue Wohnviertel festlegen, sondern hoffen auf zündende Ideen im Planerwettstreit. Das war Konsens über alle Fraktionsgrenzen hinweg.

Am schärfsten formulierte es Achim Fehrenbacher (CDU), der im Hauptberuf selber Architekt ist. Das Gebiet weise „eine Vielzahl von Problemen“ auf, die in der weiteren Planung gelöst werden müssten, so sein Urteil. Das fange bei der Erschließung der  insgesamt rund 90 Wohneinheiten über die enge Gärtnerstraße an. Die müsse dringend nachgebessert werden, so Fehrenbacher. Wolfgang Berge (FWG) mahnte eine Lösung für die VHS an, weil sie neue Räume braucht, wenn die Kunsthalle sich vergrößert.

Baubürgermeister Helmut Renftle betonte, der städtebauliche Wettbewerb sei genau dazu da,  dass externe Planer die Problemstellungen des Gebietes abarbeiten. Schließlich einigte man sich auf den Beschluss, zwar auf Grundlage der Machbarkeitsstudie, nicht aber auf der Basis einer der Varianten weiter planen zu lassen. Oberbürgermeister Guido Till unterstrich, der Umbau des Quartiers stehe ganz am Anfang. „Wir können ganz locker rangehen“, so der Rathausschef. „Die Flächen werden uns aus der Hand gerissen.“

So geht es weiter im Kunsthallenquartier

Anwohner: Nächster Schritt ist eine Infoveranstaltung für die Anwohner des Kunsthallenviertels, kündigte der Baubürgermeister an.

Öffentlich: Die Allgemeinheit soll die Überlegungen und die Möglichkeiten des Quartiers bei einem noch nicht terminierten Stadtspaziergang kennenlernen.

Wettbewerb: Die Stadtverwaltung wird einen städtebaulichen Wettbewerb in Form einer sogenannten Mehrfachbeauftragung mit sechs bis acht Büros vorbereiten.

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