Kurator, Museumsleiter – diese Begriffe haben immer noch ein wenig den Ruch nach verstaubten Sammlungen, Einzelgängertum und abgedunkelten Räumen. Am 1. Mai wird Melanie Ardjah die Leitung der Kunsthalle Göppingen übernehmen. Doch auch wenn die Nachfolgerin von Werner Meyer dann über eine umfangreiche Sammlung verfügen wird – dem Bild einer antiquierten Kuratorin entspricht die 45-Jährige so gar nicht.

Von wegen verstaubt: Wenn Melanie Ardjah von zeitgenössischer Kunst erzählt, spricht sie mit sanfter Stimme, klar und bestimmt. Sie hat dabei jenes unaufgeregte Leuchten in den Augen, das die Leidenschaft für ihren Beruf, die Präsentation und Vermittlung von Kunst, verrät.

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Schönheitskult in der Kunst


Karlsruhe Zwischen ihrem Stipendium an der Kunsthalle Göppingen (2003-2007) und dem Beginn als Kuratorin (2016) war Melanie Ardjah neun Jahre lang wissenschaftliche Mitarbeiterin an der städtischen Galerie Karlsruhe – die Abläufe innerhalb einer Stadtverwaltung sind ihr daher vertraut. In dieser Zeit erarbeitete sie zahlreiche Ausstellungen wie „bildschön. Schönheitskult in der zeitgenössischen Kunst“ und betreute die Sammlung des Hauses. Nach Werner Meyer, der sie 15 Jahre lang mit Unterbrechungen begleitete, wurde dort die Galerieleiterin Dr. Brigitte Baumstark zur zweiten prägenden Mentorin.