Ausstellung Kunsthalle: Ausgestorbene Tiere wiedererweckt

Von Menschen ausgelöschten Tierarten sind neun begehbare Zelte gewidmet, die in der Göppinger Kunsthalle zu sehen sind.
Von Menschen ausgelöschten Tierarten sind neun begehbare Zelte gewidmet, die in der Göppinger Kunsthalle zu sehen sind. © Foto: © Böhler & Orendt, Kunsthalle Gp & Halsey Inst.
Göppingen / SWP 26.07.2018

Tierarten, die es gar nicht mehr gibt, sind Thema der Ausstellung „The Carrion Cheer – A Faunistic Tragedy“, die am Sonntag in der Kunsthalle eröffnet wird. Dahinter steckt das Projekt des Künstlerduos Böhler und Orendt, das zwei Monate lang in Göppingen ausstellen wird.

„Der Betrachter begibt sich an einen mystischen Ort“, heißt es in einer Pressemitteilung der Kunsthalle. „Einer Sage nach befinden sich die Seelen ausgestorbener Tiere für eine unbestimmte Zeit in diesem Camp. Dieser Ort ist eine Zwischenstation, innerhalb derer Raum und Zeit aufgehoben sind. Die Tiere, die durch den Menschen und sein Handeln ausgelöscht wurden und die Erde längst verlassen haben, kehren auf andere Weise zurück und verkünden ihre Botschaft.“

Jedes der neun Zelte ist einem ausgestorbenen Tier gewidmet, etwa der Stellerschen Seekuh, dem Karolinasittich oder der Pinta-Riesenschildkröte. Auf den Zelten aus dickem Baumwollstoff thront ein stilisiertes Konterfei des jeweiligen Tieres. Im Inneren der Zelte finden sich Zeichen und Geschichten. Man begegnet den Tieren, genauer ihren Porträts, die, gesehen durch feinsten Wassernebel, dreidimensional erscheinen. Wie aus dem Jenseits schauen sie den Betrachter an. Zugleich sind ihre Stimmen zu hören – Laute und Wortfetzen sind zu vernehmen, ein gemeinsamer Rhythmus entsteht.

Es gibt gesprochene und gesungene Passagen. Aus dem Zusammenspiel einzelner Tierstimmen wird ein Chor, es breitet sich ein vielstimmiger Gesang aus. „The Carrion Cheer – A Faunistic Tragedy“ bedeutet sinngemäß „Der Jubelgesang der Kadaver – Eine faunistische Tragödie“.

Matthias Böhler und Christian Orendt arbeiten seit 2007 als Duo zusammen. Nach Studien an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und der Akademie der Bildenden Künste Wien graduierten sie an der Kunstakademie Nürnberg. Ihre Arbeiten wurden u.a. im KW Institute for Contemporary Art, Berlin, im Neuen Museum Nürnberg und in der Kunsthalle Schweinfurt gezeigt. Böhler & Orendt wurden mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet.

Die jetzige Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Halsey Institute of Contemporary Art in Charleston, USA. Zur Eröffnung am Sonntag ab 18 Uhr sprechen Kunsthallenleiter Werner Meyer und Dr. Melanie Ardjah. Ein Künstlergespräch mit Katalogpräsentation findet am letzten Ausstellungstag, dem Sonntag, 23. September, ab 18 Uhr statt.

Info Öffnungszeiten der Kunsthalle Göppingen: Dienstag bis Freitag 13–19 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen 11–19 Uhr (bis 23. September).

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