Kunsthalle Kunsthalle ins rechte Licht gerückt

Göppingen / ARND WOLETZ 30.07.2014
In den nächsten vier Monaten bekommt das Umfeld der Göppinger Kunsthalle eine Schönheitskur. Bis zur Chagall-Ausstellung soll es fertig sein.

Die Zeit drängt: In vier Monaten wird Marc Chagall in Göppingen einziehen - mit der Ausstellung "Chagall: Die Bilder und die Dichtung." Die Umbauten des Eingangsbereichs der Kunsthalle sind bereits in Gange. Das neue Café soll bis dahin fertig sein. Für die Ausstellung des Expressionisten wird nun kurzfristig auch das Umfeld des Kunstgebäudes herausgeputzt.

"Die Kunsthalle soll sich nicht länger zwischen Autos und Bäumen verstecken", sagte Göppingens Baubürgermeister Helmut Renftle im Gemeinderat. Aus der Hinterhof-Atmosphäre soll die Halle in den Vordergrund rücken. Künftig wird der sich öffnende "Platz an der Kunsthalle" Teil der Ausstellungsfläche sein und eine einheitlich farbige Oberfläche bekommen. Aktionen wie Open-Air-Kino sollen dort möglich sein. Die nötigen Sitzstufen sind bereits eingeplant - auch die entsprechenden Anschlüsse werden geschaffen. Parkende Autos sollen dafür in dem ehemaligen Schulhof Platz machen. Lediglich für Gehbehinderte wird es noch einen Stellplatz geben. Weichen sollen auch die vier Bäume, die die Sicht auf die neue Fassade von der Straße aus verstellen. Künftig soll dort nur noch ein einziger Baum stehen.

Ziel der Aktion ist es, Besucher besser von der Nördlichen Ringstraße zu dem Kunstraum zu führen, erläuterte der Baubürgermeister. Deshalb werden auch Transparente an der Nördlichen Ringstraße noch augenfälliger auf die Chagall-Ausstellung hinweisen und eine neue Litfasssäule hinzukommen.

In diese Konzeption ist auch die Marstallstraße entlang der Tanzschule einbezogen: Sie wird als verkehrsberuhigte Zone im gleichen Stil wie das Entree der Kunsthalle gestaltet. Die Baumreihe der Platanen, unter denen sich bisher parkende Autos quetschten, präsentiert sich dann als einladender Zugang zun Kunsthallenplatz. Neu geordnet werden auch die Parkplätze vor dem Technischen Rathaus. Kunsthallen-Leiter Werner Meyer freute sich über die Beschlüsse.

Im Göppinger Gemeinderat konnten sich außer vier Lokalpolitikern alle zu den 120 000 Euro teuren Arbeiten durchringen. Die Erste Beigeordnete Gabriele Zull betonte, dass damit die Grundsatz-Entscheidung für den bestehenden Kunsthallen-Standort konsequent umgesetzt, der Standard für Besucher deutlich erhöht wird. Weitere Schritte zur Steigerung der Attraktivität der Kunsthalle werden folgen, kündigte die Stadtverwaltung an.
 


Die Kunsthalle

Geschichte Die Kunsthalle wurde im Jahr 1989 gegründet, damals noch unter dem Namen "Städtische Galerie", den neuen Namen trägt sie seit 1999. In den vergangenen Jahren wurde sie erweitert um den Raum "C 1", die "Halle unten", das Atelier der Kunstvermittlung, die Artothek, Bibliothek und Schenkung Klaus Heider.

Diskussion Immer wieder wurde über einen Umzug der Kunsthalle debattiert. Als mögliche Standorte waren viele Plätze im Gespräch: der Stauferpark, der Stadthallenpark, das Roth-Carré und eine Kulturmeile am Bahnhof. Nachdem all dies verworfen wurde, fiel im Jahr 2012 der Beschluss, den bestehenden Standort aufzuwerten: mit Foyer, Garderobe, Museumscafé.