Göppingen / ANNEROSE-FISCHER-BUCHER  Uhr

Wir wollen, dass Kunst in den Unterricht integriert, aber nicht instrumentalisiert wird. Denn Kultur soll keine Deko-Funktion haben, weil sie kein Pausenclown ist“, sagte Gerald Schelle bei der Vorstellung des Kulturfahrplans, den er für das Hohenstaufen-Gymnasium im Göppinger Rathaus der Öffentlichkeit vorstellte. Und noch drei weitere Göppinger Schulen – Freihof-Gymnasium, Werner-Heisenberg-Gymnasium und Grundschule Holzheim – präsentierten durch ihre Kulturagenten, begleitet von Vertretern der jeweiligen Schulleitung und von Schülern, Ergebnisse, die sie nach etwa eineinhalb Jahren erarbeitet hatten. Sie bekamen Schilder überreicht, die auf die Besonderheit als jeweilige Kulturschule hinweisen und die nun an den Schulen angebracht werden.

Die Bildungseinrichtungen nehmen am Kulturagenten-Programm teil, das durch das Kultusministerium gefördert, durch die Kulturstiftung des Bundes sowie die Stiftung Mercator getragen und durch die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Baden-Württemberg (LKJ) veranstaltet und als nachhaltiges Projekt begleitet wird. Deren Kulturagentin Kerstin Schaefer, die in Göppingen ein eigenes Büro hat und die Schulen als Prozessbegleiterin berät, bezeichnete Göppingen als „eine Stadt mit vielen kreativen Potenzialen“. Sie nannte das Engagement von Lehrern und Schülern sowie Einrichtungen wie die Kunsthalle, das Kreismedienzentrum, die Bibliotheken oder die Archive.

Göppingen nimmt als eine von zehn Städten in Baden-Württemberg am Modell-Programm teil, das für vier Jahre in fünf Bundesländern läuft. Die Stadt beteilige sich mit 10 000 Euro pro Jahr. Dazu kommen vom Ministerium 20 000 Euro und Personal, sagte Kulturamtsleiter Wolfram Hosch. Als Ziel nannte Nils Hoheußle, Leiter des Landesbüros der LKJ, Kunst und Kultur „in den Alltagsunterricht zu bringen“.

Susanne Rehm stellte für das Freihof-Gymnasium die Schwerpunkte „Bildende Kunst und Wort(Kunst)“ sowie „Inszenierung“ mit Beispielen vor. Gerda Putz von der Grundschule Holzheim sprach über die positiven Auswirkungen von Kultur-Impulsen von außerhalb auf die Kinder. Katrin Leiber-Janßen vom Werner-Heisenberg-Gymnasium nannte für ihre Tablet-Pilotschule die Schwerpunkte „Medien und Technik“ und „Kunst und Architektur“.

Die Schulen hatten im ersten Schritt eine Bestandsaufnahme gemacht und sollten dann Visionen und konkrete Maßnahmen entwickeln. Eine Fülle von Projekten in Einzelbeispielen wie die Erstellung einer gemeinsamen Kunstzeitung mit der Kunsthalle wurden vorgestellt.

Oberbürgermeister Guido Till hatte zur Präsentation in den Großen Sitzungssaal geladen und betonte den „Wert von Bildung und Kultur“, die „für eine Stadt unverzichtbar“ seien. Göppingen müsse den Vergleich mit größeren Städten nicht scheuen. Till dankte allen Beteiligten und hob besonders die Leistung von Kulturamtsleiter Wolfram Hosch hervor: „Er ist die personifizierte Kultur unserer Stadt.“