Große gelbe Sitz-, Liege- oder Aktionsmöbel stehen in den Göppinger Mörike-Anlagen. Bereits im Vorfeld der Stadtoase waren sie unter Anleitung des Stuttgarter Architekturbüros "Studio Umschichten" von Göppinger Jugendlichen aus geliehenem Material gebaut worden, das später anderweitig weiter verwendet werden soll. Seit 2012 finden die Göppinger Stadtoasen an wechselnden Schauplätzen statt. Trotz eher unwirtlichem Wetter hatten sich viele Erwachsene und Jugendliche schon zur Eröffnung am Samstagabend versammelt. Mitmachen ist das große Stichwort bei der Stadtoase. Anwohner, Junge und Alte, Firmen und Organisationen sind beteiligt. Integration soll gelebt werden. Gerade die jungen Göppinger werden intensiv in das Projekt eingebunden und haben dabei soviel Verantwortung, wie möglich übernommen.

"Die Idee der Stadtoasen stammt aus Rosenheim", berichtete Oberbürgermeister Guido Till bei der Eröffnung und mit den Mörike-Anlagen habe man jetzt tatsächlich einen oasenähnlichen Platz gefunden. Urbanes und junges Lebensgefühl soll zwei Wochen lang geschaffen werden. "Junge Leute können die Stadt neu kennenlernen, sie wird attraktiv und besonders erlebbar gemacht", erklärte Till. Auch auf die Begegnung der Generationen wird großer Wert gelegt, neben den Göppinger Jugendeinrichtungen sind auch der Stadtseniorenrat, der Kneipp-Verein und Vertreter des Jakobsweges beteiligt. Ein Barfußpfad ist bereits aufgebaut. "Ohne Kooperation funktioniert die Stadtoase nicht", sagte Till. Sie sei ein großes Gemeinschaftswerk.

Bewirtet wird vom Jugendcafé "Moccalino" Jebenhausen. Bis 4. Juli sorgt ein kunterbuntes Programm für Abwechslung. Das Haus der Jugend macht Kreativangebote, Matrix sorgt für Sportliches, die Kunsthalle ist mit Geocaching beteiligt. Es gibt Highlandgames, Theateraufführungen oder den Familiensonntag. Aber auch ernste Themen werden aufgegriffen und den Start machte die Talkrunde am Eröffnungsabend.

Zum Thema Asyl kamen Betroffene und Flüchtlingshelfer zu Wort, mit dabei war MC Manar. Der 14-jährige Syrer ist mit seiner Familie per Boot, das vor Lampedusa gesunken ist, geflüchtet. Er hat dort menschenunwürdige Zustände im italienischen Aufnahmelager kennengelernt und sich mit seiner Familie, als Hochzeitsgesellschaft getarnt, quer durch Europa bis nach Schweden aufgemacht. Begleitet wurde die Familie von einem Filmteam. Herausgekommen ist der italienische Film "Auf der Seite der Braut", der europaweit für Furore gesorgt hat und am Samstag auf der Leinwand der Stadtoase gezeigt wurde. Heute lebt der Jugendliche in Göppingen und verarbeitet seine Erlebnisse in Rap-Songs.