Sport Krokodil und Kobra auf dem Berg

Von einer Figur in die nächste: Die Teilnehmer mussten auf Händen und Beinen balancieren und ihre Muskulatur dehnen.
Von einer Figur in die nächste: Die Teilnehmer mussten auf Händen und Beinen balancieren und ihre Muskulatur dehnen. © Foto: Evelyn Krix
Hohenstaufen / Evelyn Krix 06.08.2018

Einatmen, Dehnung spüren und Augen öffnen: Sie blicken auf das Tal unter dem Hohenstaufen. Die Nase riecht die frische Bergluft, die noch nicht vor Hitze glüht.  „Ich möchte, dass ihr diesen Ausblick und ein bisschen die Geräusche genießt“, sagt Madlene Mark. 14 Menschen sind auf den Hohenstaufen gelaufen, um mit ihr eine Mischung aus Yoga und Pilates am Sonntagmorgen zu machen.

Dynamisch werden die Übungen sein, der ganze Körper wird mobilisiert. Beim Aufwärmen mit den Händen in der Luft kündigt Mark an, dass „wir den Körper von allem befreien, was wir heute morgen schon erlebt haben“.

Den Rücken rollen, die Arme schwingen und den Bauchnabel einziehen. Dann die Hände über dem Kopf zusammenlegen – für den Sonnengruß. Vom Stehen in den Vierfüßlerstand, danach die Knie und den Po in die Luft für den herabschauenden Hund. Das Babykrokodil und die Babykobra folgen.

„Kinder, seid ihr freiwillig da?“, fragt die Kursleiterin. Ben und Lenny Müller aus Laupheim nicken. Mit ihren Eltern sind sie hergefahren. „Vom Papa war die Idee“, erzählt Ben, wobei nicht alle Vorschläge vom Vater gut seien. Im Fernsehen kam neulich Kinderyoga zum Mitmachen, da hätten sie schon mitgemacht, erklärt Mutter Martina den Ursprung des Ausflugs.

Einige Beine fangen schon zu zittern an, als man bei „Krieger Drei“ auf einem Bein balancieren soll. In der nächsten Übung – einer Art Schneidersitz mit einem Fuß auf dem Schenkel – beugen sich alle nach vorne. „Mach die Augen zu, spüre die Übung. Was spürst du?“, fragt Mark. „Schmerz“, sagt eine Teilnehmerin im Affekt. „Das ist nicht der Schmerz, das ist die Unbeweglichkeit“, antwortet die Trainerin. Das hier sei eine Vorbereitung aufs Alter. Zur Entspannung dürfen sich alle auf den Rücken legen, den Vögeln beim Zwitschern und Insekten beim Vorbeifliegen zuhören. Für ihre Anstrengung werden die Teilnehmer mit einem kurzen Regenschauer belohnt, der durch die Baumkronen tropft.

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