Trio Kristin Asbjörnsen brilliert in Göppingen

Grandioses Klangspektrum und große Stimme: Kristin Asbjörnsen bei Odeon.
Grandioses Klangspektrum und große Stimme: Kristin Asbjörnsen bei Odeon. © Foto: Konstantin Heidemann
Göppingen / SWP 20.02.2018

Die norwegische Sängerin und Songwriterin Kristin Asbjörnsen hatte zwei hochkarätige Instrumentalisten mitgebracht: Olav Torget (E-Gitarre) und Suntou Susso (Kora). Ohne Pause spielte das Trio anderthalb Stunden lang überwiegend Stücke des neuen Albums „Traces Of You“. Schon beim ersten Song „Home“ wird klar, welch unverwechselbar sinnliche Stimme hier am Werk ist. Vom Jazz, Soul und Blues ist das gewaltige Organ von Kristin Asbjörnsen gefärbt, das bei den Zuhörern schonungslos unter die Haut geht und immer wieder aufs Neue für mächtig Applaus sorgt.

Während Suntou Susso auf der harfenähnlichen Kora einen wohl klingenden Hauch Afrika versprüht, treibt Olav Torget mit herrlich pulsierenden Gitarrenriffs die Lieder an und glänzt im nächsten Song mit blitzschnellem Fingerpicking, die Suntou Susso mit den kristallklaren Klangteppichen seiner urigen Harfe unterlegt.

Trotz ihres kontrastreichen Zusammenspiels sind die beiden Ausnahmekünstler perfekt aufeinander abgestimmt. Inmitten der beiden tänzelt, ja taumelt Kristin Asbjörnsen, singt dazu mit verführerisch eindringlicher Stimme und bringt das begeisterte Publikum immer wieder aufs neue zum Staunen. Die Musik offenbart genauso liebevoll ihre Leidenschaft für Spirituals wie für eigene Kompositionen. Nach „Finally“, einer flott gespielten Jazz-Pop-Nummer mit viel Dynamik, wird es bei „Promise & Lullaby of Dreams“ wieder gefühlvoll langsam. Beim etwas funkig angehauchten Titel „You Hold Me“ spielt, zum Rhythmus der E-Gitarre, die Kora ein brillantes Jazz-Solo, für das es viel Beifall gibt. Viele von Kristins Melodien beginnen ganz klein, bauen sich langsam auf, werden immer größer und detailreicher, bis sie kraftvoll, fast hypnotisierend zum Höhepunkt kommen. Ein gigantisches Konzert mit einem grandiosem Klangspektrum und einer Wahnsinnsstimme endete für manchen doch viel zu früh. Konstantin Heidemann

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