Gammelshausen Kreiselblüte von Bürgerhand

Bürgerwerkstatt Kreisel: Engagierte Gammelshäuser wollen ihren Ortseingang verschönern. Am Montag wurden fast 200 Beetrosen gesetzt.
Bürgerwerkstatt Kreisel: Engagierte Gammelshäuser wollen ihren Ortseingang verschönern. Am Montag wurden fast 200 Beetrosen gesetzt. © Foto: Staufenpress
Gammelshausen / JÜRGEN SCHÄFER 05.05.2015
Neue Blüte am Gammelshäuser Ortseingang: In Bälde begrüßen fast 200 Rosen in den Gemeindefarben Gelb und Rot die Autofahrer am Kreisel - und erinnern daran, dass Gammelshausen mal das Blumendorf am Albtrauf war.

Ein verblichener Titel, der neue Nahrung bekommt. Zierliche Buchsstreifen teilen das Rondell in vier Rosenfelder, oben sitzt ein Kranz von Lavendel, und das i-Tüpfelchen sollen Rispen-Hortensien der Sorte "Limelight" bilden.

Das alles ist das Werk von Bürgerhand. So wie die Gammelshäuser einst ihre Vorgärten schmückten, auf dass ihr Ort ein Blumendorf werde, so hat jetzt eine Bürgerwerkstatt Kreisel die Bepflanzung in die Hand genommen. "Made in Gammelshausen", sagt dazu Bürgermeister Daniel Kohl, der die Gruppe ins Leben gerufen hat. Er ist voll des Lobes über die vier Freiwilligen, die sich gestern auf das Kreisel-beet stürzten, und weitere, die im Hintergrund mitgewirkt haben.

Leiten ließen sie sich nicht nur von Bürgersinn. Sie fanden auch die alte Kreiselbepflanzung nicht berühmt. "Absolut nicht", sagt Herbert Wick, der den neuen Blumenschmuck federführend implantiert. "So ein wüster Kreisel, das war eine Schande für Gammelshausen", findet Erich Alber. Er hat sich wie Lisa Hohlbauch freiwillig gemeldet, weil er nicht nur kritisieren, sondern auch anpacken will. Passionierte Hobbygärtner sind sie alle. Und zwei der vier Schaffer haben gleich noch die Hortensien gestiftet.

Mit dem Handbagger 200 Löcher ausheben und die Rosenstöcke setzen - das ging gestern in zwei Stunden über die Bühne. "Schon anstrengend", sagt Wick, seines Zeichens gelernter Gärtner, kenntnisreicher Kleingärtner und früherer Vorsitzender der Blumen- und Gartenfreunde Dürnau. Soviel Rosen hat auch er noch nie gepflanzt. "Das Schlimmste war das Ausmessen", erzählt er. Er hatte sich extra einen Plan gemacht, wie die Rosen im Abstand von 50 Zentimetern zu verteilen sind. "Das mache ich immer." Anders hätte er die Kreisausschnitte auch kaum in den Griff bekommen. Erst mit dem Plan kam er auf die Anzahl der Pflanzen. Und sämtliche 192 wollten vor Ort im Beet mit Pflöcken abgesteckt sein. Das zählte zu den Vorarbeiten, die in den letzten Tagen liefen.

Die Bürgerwerkstatt hat ihre Mission erfüllt. Aber noch löst sie sich nicht auf. Sie will sich im ersten Jahr um die Pflege des Blumenkreisels kümmern, im Zusammenspiel mit der Gemeinde.

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