Göppingen Kraner gibt den Vereinsvorsitz an Nagel weiter

Göppingen / SWP 05.02.2014
Zeitenwende im Aktionstheater Donzdorf: Gerhart Kraner gibt den Vereinsvorsitz aus Altersgründen an Mira Nagel weiter.

Zum Abschied keine große Inszenierung: Wie erwartet wählte die Jahreshauptversammlung des Aktionstheater DonzdorfMira Nagel, 33 Jahre alte Finanzassistentin aus Donzdorf und seit fast 20 Jahren als Spielerin im Verein, zur neuen Vereinsvorsitzenden. Gerhart Kraner, 71, seit der Gründung des Aktionstheaters vor 39 Jahren Vorsitzender, hatte seinen altersbedingten Rückzug vom Vereinsvorsitz lange angekündigt und stellte sich nicht mehr zur Wahl. Nagel ist seit mehreren Jahren im Vorstand aktiv und wurde in dieser Zeit von Kraner an die Aufgabe herangeführt. Sie hat vor, den von ihm eingeschlagenen Weg weiterzugehen: Vielseitigkeit in der Stückeauswahl und ein Ensemble, das sich aus allen Altersklassen zusammensetzt.

In seiner Zeit als Vereinsvorsitzender hat Kraner, der 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz am Band für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, mehrere hundert Spieler betreut, über 60 Inszenierungen gestemmt, und das Aktionstheater zu großem Renommee im Kreis, im Land, und in der ganzen Bundesrepublik geführt. Durch die prestigeträchtigen internationalen Amateurtheaterfestivals, die der Verein im Dreijahresrhythmus in Donzdorf ausrichtet, regt das Ensemble den Dialog zwischen verschiedensten Kulturen an. Seine Theaterarbeit hat Kraner durch die ganze Welt geführt.

Nicht nur vereinspolitisch erlebt das Aktionstheater gerade aufregende Zeiten: Dieses Jahr waren bereits zwei ehemalige Mitglieder im Fernsehen zu sehen. Katja Sieder ist seit November festes Ensemblemitglied in der ARD-Soap "Verbotene Liebe", und der gebürtige Süßener Martin Reik spielte zum wiederholten Male im "Tatort". Auch andere "Ehemalige" haben es zu künstlerischer Anerkennung geschafft, so die Regisseure Stefan Gieren und Andreas Geiger. Heinz Weber ist ein renommierter Klangkünstler.

Kraner wird dem Aktionstheater als Künstlerischer Leiter und Regisseur erhalten bleiben und dabei von Ulrike DesRoches unterstützt.