Der Göppinger Gemeinderat wird noch stärker fragmentiert. Statt wie bisher sieben Gruppierungen werden durch den Einzug der AfD acht vertreten sein. Um den Fraktionsstatus zu erreichen, für den drei Sitze benötigt werden, hatten sich in der vergangenen Legislaturperiode die Linke (zwei Sitze) und die Piraten (ein Sitz) zu einer Fraktion zusammengeschlossen. Vieles spricht dafür, dass es dabei bleibt. Dann wären es aber immer noch sieben Fraktionen.

AfD neu im Gremium vertreten

Die Wahl hat hat aber auch eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse gebracht. Die AfD ist neu im Gremium vertreten. Doch wie in vielen Großstädten sind die Grünen mit neun Stimmen auch in Göppingen stärkste Fraktion geworden. Ein Blick in die einzelnen Wahlbezirke zeigt: Ihr Erfolg ist dabei ein fast durchgängiges Phänomen in der Stadt. Lediglich in den Stadtbezirken Hohenstaufen, Jebenhausen, Maitis und Ursenwang liegt die CDU noch vor den Grünen, allerdings zum Teil mit knappem Vorsprung, wie in Jebenhausen, wo der Abstand gerade 0,6 Prozentpunkte beträgt. In der Kernstadt ließen die Grünen die CDU hingegen meist sehr deutlich hinter sich. In den Wahllokalen in der Albert-Schweitzer-Schule beispielsweise, wo auch das Reusch wählte, kommt die CDU auf nur 17,5 Prozent, die Grünen aber auf 28,2 Prozent. Im Stadtzentrum war das Ergebnis 16,8 Prozent (CDU) zu 25,2 Prozent (Grüne).

Grüne sind stärkste Fraktion

Die SPD hatte ihre stärksten Ergebnisse in Hohenstaufen, Faurndau und im Bodenfeld, kam aber nirgends mehr über 20 Prozent. In Bezgenriet wählten gerade noch 12,6 Prozent die sozialdemokratischen Kandidaten, etwa halb so viele wie die Grünen. Die Freien Wähler Göppingen (FWG) haben kleine Hochburgen in Bartenbach, wo sie mit 19,7 Prozent den Status der stärksten Gruppierung nur hauchdünn um sechs Stimmen verfehlten, sowie im Bodenfeld mit 16,4 Prozent.

Die FDP/FW erzielte in den Wahllokalen im Technischen Rathaus, wo große Teile des Hailing wählten, mit 17,6 Prozent ihr bestes Ergebnis. Im Bodenfeld gaben nur 7 Prozent der Wähler ihre Stimmen der FDP/FW.

Die Linke war mit 8,2 Prozent in der Innenstadt und mit 6,2 im Bodenfeld am stärksten vertreten. Die Stimmen für die Piraten schwankten zwischen 0,7 Prozent im Bodenfeld und 1,9 Prozent in der Innenstadt.

Info In der Übersicht über die Ergebnisse der einzelnen gewählten Kandidaten in der gestrigen Ausgabe ist bei Kai Außerlechner (CDU) durch einen technischen Fehler die Parteizugehörigkeit und Stimmenzahl nicht angezeigt worden. Es waren 6719 Stimmen.

Lokalpolitik pausiert bis 8. Juli


Stadträte: Die neu gewählten Lokalpoitiker haben noch etwas Vorbereitungszeit: Erst am Montag, 8. Juli, treffen sich die Gemeinderäte zur konstituierenden Sitzungin der Stadthalle. Am gleichen Anlass werden auch die ausscheidenden Stadträte verabschiedet.

Bezirksbeiräte: An diesem Tag sollen nach Aussage der Stadtverwaltung auch die Bezirksbeiräte aus den einzelnen Göppinger Stadtbezirken vereidigt werden. Sie werden nicht direkt vom Volk gewählt, sondern, zumeist aus der Liste der nicht gewählten Kandidaten, vom Gemeinderat benannt. Dabei wird das jeweilige erzielte Wahlergebnis in den Stadtbezirken aber als Grundlage für die Anteil der Listen  genommen. schon zwei Tage später tagen die Bezirksbeiräte in Hohenstaufen und Maitis zum ersten Mal.

Die erste wirkliche Arbeitssitzung: des Gemeinderats  udn der Ausschüsse lässt dann ebenfalls nicht lange auf sich warten. Sie findet am Donnerstag, 11. Juli, statt.