Kommentar zum Windrad: Schade um das Projekt

CHRISTINE BÖHM 12.06.2012

Zur Energiewende gehören auch junge Wissenschaftler, die die Technik kennen und sie weiterentwickeln. In Göppingen hätten die Studenten der Hochschule fast die Chance bekommen, direkt vor der Haustür an einem Windrad zu forschen und zu lernen. Das haben Anwohner leider verhindert. Dabei hätte von diesem fortschrittlichen Projekt nicht nur der hiesige Hochschulstandort profitiert, sondern auch die Schüler der Gewerblichen Schule. Für junge Menschen, die auf eine praxisorientierte Ausbildung Wert legen, wäre Göppingen mit einem Windrad attraktiver geworden.

Ungeachtet, welche Nachteile das Projekt mit sich bringen mag: Wenn regenerative Energien gefördert werden sollen, müssen die Bürger auch einmal über ihren Schatten springen. Proteste helfen auf dem Weg zum Ausstieg aus der Atomkraft nicht weiter. Für die Energiewende müssen Opfer gebracht werden. Wenn es um die eigene Person oder das direkte Lebensumfeld geht, sind aber viele dazu nicht bereit. So werden sinnvolle Projekte verhindert. Schade.

Die Hochschule darf sich jetzt nicht von ihrem Weg abbringen lassen. Das kleinere Windrad direkt am Gebäude ist für die Ausbildung der Studenten wichtig. An dieser Anlage können die Nachwuchswissenschaftler ohne lange Anfahrtswege forschen. Stadt und Hochschule müssen sich um ein innovatives Forschungsumfeld bemühen, auch wenn das bei den Anwohnern nicht immer gut ankommt.