Kreis Göppingen KOMMENTAR zu Wassergebühren: Kalte Dusche

Kreis Göppingen / ARND WOLETZ 30.10.2012
Wie schwerfällig ein Versorgungsriese sein kann, zeigt die Landeswasserversorgung. Tatsächlich kann man es kaum jemandem schlüssig erklären, dass sich ein Teil der Gebühren auf Fixkosten bezieht, die auf Basis völlig überholter Verbrauchsannahmen umgelegt werden.

Die EVF büßt bis heute für falsche Bestellungen der 60er Jahre. Schlimmer noch: Die Städte Göppingen und Geislingen bezahlten sogar für Wasser, das ihre Bürger gar nicht verbraucht hatten.

Der Zweckverband hat dafür vor dem Verwaltungsgericht eine Niederlage eingesteckt, die einer kalten Dusche gleichkommt.

Es bestreitet ja niemand, dass wertvolles Trinkwasser angemessen bezahlt werden muss. Klar ist auch, dass die Landeswasserversorgung dabei gute Arbeit leistet. Es muss aber für die Abnehmer gerecht zugehen. Es kann nicht sein, dass die Mitglieder des Zweckverbands auf die Solidarität der benachteiligten Filstäler setzen. Das Gericht hat das nun gerade gerückt. Dabei ist aber noch nichts entscheiden. Die Berufung wird zeigen, ob die EVF mit Ihrer Sichtweise recht bekommt.

Deshalb ist es auch zu früh, über sinkende Wassergebühren für die Endverbraucher zu spekulieren. Zunächst sind kräftige Preiserhöhung der Landeswasserversorgung bis 2016 angekündigt. Erst wenn die EVF tatsächlich die geforderten Millionen zurückbekommt, können auch die Verbraucher auf Nachlässe hoffen. Bis dahin fließt wohl noch viel Wasser durch die Leitung.