Doch, doch, es gibt Mietwohnungen in Göppingen. Wer 1200 Euro oder mehr zahlen kann, findet sicher schnell etwas. Günstiger Wohnraum für Familien ist allerdings Mangelware. Ein schneller Blick ins größte Immobilienportal im Internet zeigt es: Von den 31 Wohnungen, die gestern in fünf Kilometern Umkreis angeboten wurden, kosteten gerade einmal 13 unter 600 Euro Kaltmiete – die meisten davon waren Zwei-Zimmer-Wohnungen, für Familien also ungeeignet. Der Markt ist angespannt – mittlerweile offenbar auch außerhalb der Metropolen.

Insofern sind die Göppinger Stadtverwaltung und die städtische Wohnbaugesellschaft WGG auf dem richtigen Pfad, wenn sie jetzt wieder in größerem Stil Mietwohnungen neu bauen – vom Bodenfeld bis zur Innenstadt. Das gehört nach wie vor zur kommunalen Daseinsvorsoge für die Bevölkerung. Jedenfalls eher als schicke Luxus-Appartements für Kapitalanleger.

Vor einem Jahrzehnt hat die WGG noch ihren Bestand reduziert. Damals, um die Kapitaldecke zu verbessern. Nun gilt ein anderer Kurs. Das ist gut so. Bitter ist nur, dass Neubauten selbst für kommunale Unternehmen durch strikte Baubestimmungen oft unverhältnismäßig teuer sind.

Und um schnell günstigen Wohnraum anbieten zu können, sind auch gut erhaltene oder sanierte Altbauten nötig. Wenn der Abrissbagger da war und ein Loch hinterlassen hat, ist es zu spät.