Gruibingen KOMMENTAR VERKEHRSCHAOS: Ermahnung für Politiker

Gruibingen / JÜRGEN SCHÄFER 01.07.2014
Es ist schon erstaunlich, welche Milde die Polizei walten lässt, wenn sie Autofahrer nur verwarnt, die an der Raststätte Gruibingen einen Ausweg suchen, um dem Stau zu entgehen - was sie trotzdem nicht schaffen.

Wenn sie das ohne Anzeige durchgehen lässt - wie will sie anderen Autofahrern beim nächsten Stau für denselben Verstoß Anzeigen aufbrummen?

Andererseits ist es auch nicht fein, dass die Bürgerinitiative Gegenwehr die staugeplagten Autofahrer auch noch piesackt mit ihren Tricks: die Fußgängerampel ohne Unterlass drücken, Autos in die Ortsdurchfahrt stellen, mit Traktoren den ohnehin schleppenden Verkehr aufhalten. Solche Schikanen sind auch im Ort umstritten.

Man darf aber schon fragen, warum eine Vor-Ort-Umfahrung am Lämmerbuckel-Tunnel nicht in Frage kommt, dessen Sanierung die Staus auslöst. Das fordert die Bürgerinitiative, und Bürgermeister Schweikert will sich jetzt dahinterklemmen. Es wäre zwar eine handgestrickte Umleitung auf nicht so gut präparierten Straßen, aber für eine Überbrückung müsste sie funktionieren. Wenn der Wille da ist, gibt es diesen Weg.

Auch wenns nichts wird: Die Bürgerinitiative ist schon jetzt erfolgreich. Ihr Protest macht Druck auf den Staat, es muss weitergehen mit dem Neubau des Albaufstiegs. Erst dann ist der Ort entlastet. Den Politikern mögen die Zustände bei den Staus in den Ohren schallen.