KOMMENTAR STROMTRASSE: Überflüssig

DIRK HÜLSER 25.07.2014
Was die Gegner von Anfang an vermutet haben, ist nun von einem renommierten Gutachter mit Zahlen untermauert worden: Die geplante 380-Kilovolt-Leitung von Goldshöfe nach Bünzwangen ist wohl überflüssig.

Sie nütze weder etwas, wenn kurzfristig Kraftwerkseinsätze geändert werden, noch bringe sie die Integration erneuerbarer Energien voran, auch für eine Entlastung des umliegenden Leitungsnetzes zeige sie keine unmittelbaren Wirkungen.

Zwar sieht es immer so aus, als richte sich der Kampf der Bürgerinitiativen und betroffenen Kommunen gegen den Netzbetreiber Transnet BW, der die Leitung bauen will. Und der natürlich auch ein großes Interesse daran hat, schließlich winkt eine satte, gesetzlich garantierte Rendite. Aber das wahre Problem ist in Berlin zu suchen: Hier wurde das Gesetz zum Ausbau von Energieleitungen (Enlag) verabschiedet, nur im Bundestag kann die umstrittene Schurwald-Trasse auch wieder aus dem Gesetz genommen werden.

Erfreulich, dass sich immerhin schon mal die SPD-Abgeordnete Heike Baehrens deutlich in Position gebracht hat und eine gründliche Prüfung der Leitung fordert. Was ja an sich eine Selbstverständlichkeit sein sollte - aber offenbar nicht ist. Jedenfalls braucht niemand eine gigantische Höchstspannungsleitung, die kaum ausgelastet ist und hauptsächlich dem internationalen Stromhandel dient. Aber diese Erkenntnis ist ja nicht neu.

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