KOMMENTAR ORTSCHAFTSRAT: Krasser Vertrauensbruch

KARIN TUTAS 15.07.2014
Willkommen in der Provinz! Das Nachspiel der Ortschaftsratswahlen im Nassachtal hat das Zeug, die Posse des Jahres zu werden.

Die Vorgänge, die dazu geführt haben, dass das Gremium für den Großteil der Amtszeit nur aus sieben statt zehn Mitgliedern besteht, zeigen, dass in dem idyllischen Tal die Uhren offenbar anders ticken. Drei Ortschaftsräte einschließlich des Ortsvorstehers werden wiedergewählt und erklären dann, dass sie die Wahl nicht annehmen. Die ganze Liste der UWG löst sich auf. Ein Vorgang, der bislang seinesgleichen im Landkreis sucht und der zu Recht für Empörung im Tal der Frohen sorgt.

Rechtlich gesehen mag der Rückzug der Mandatsträger ja in Ordnung sein, moralisch gesehen ist er es jedoch noch lange nicht. Wo kommen wir denn hin, wenn gewählte Bürgervertreter wie beleidigte Leberwürste das Handtuch werfen, weil ihnen der Wahlkampf des Gegners nicht schmeckt. Ob es dabei im Täle immer sauber zugegangen ist, steht hier nicht zur Debatte. Jedoch ist es in einer Demokratie nun einmal so, dass Bürgervertreter auch Kritik einstecken müssen, ob berechtigt oder nicht. Persönliche Befindlichkeiten haben hinter dem Interesse der Wähler zurückzustehen.

Fakt ist: Die 2100 Stimmen für die UWG-Liste sind verschenkt. Das ist ein krasser Vertrauensbruch gegenüber den Wählern. Das Echo dieses unrühmlichen Abgangs wird im Täle noch lange nachhallen.