Schlat KOMMENTAR NORDSPANGE: Zweifel bleiben

Schlat / DIRK HÜLSER 27.03.2013
An der B 10 würden die Anwohner von einer verkehrsberuhigten Zone sprechen, wären es täglich 6500 Fahrzeuge, die am eigenen Haus vorbeifahren.

Aber Schlat liegt nicht an der Bundesstraße und für den Rand des Dorfs sind 6500 Autos am Tag nicht wenig - wenn dann diese Zahl durch die neue Nordumfahrung in etwa halbiert werden kann, steigert das die Lebensqualität. Vorausgesetzt, die Berechnungen stimmen. Doch die können bald nachgezählt werden, gestern griffen die Honoratioren nach zehnjähriger Planung zu den obligatorischen Spaten, von heute an wird die Nordspange gebaut.

Somit findet eine Geschichte ihr Ende, die zu einem Teil eine Erfolgsstory ist, zum anderen aber auch unrühmlich. Da war das Bürgerbegehren, das dann doch keines werden durfte oder konnte: ein allzu laxer Umgang der Bürgermeisterin und des Gemeinderats mit dem Willen eines nicht unerheblichen Teils der Bevölkerung. Oder der Streit um Grundstücke, was allerdings bei Projekten dieser Art nicht ungewöhnlich ist. Aber jetzt geht der Blick nach vorne. Rund eine Million Euro wird investiert, Geld, das hoffentlich gut angelegt ist. Doch Zweifel bleiben. Ist es gerechtfertigt, 670.000 Euro Landesmittel für eine vergleichsweise kleine Abkürzung zuzuschießen, die zudem nur den Ortsrand entlastet? Wo doch andernorts Menschen unter weit mehr Verkehrslärm leiden? Global betrachtet wohl nicht, doch dies war eben die Gießkannenpolitik der alten Landesregierung.

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