Göppingen / DIRK HÜLSER  Uhr
Fast die gleiche Prozedur wie im vergangenen Jahr: Die Stadt verbietet die Nazidemo, die Rechten legen Widerspruch ein und die Verwaltungsrichter geben ihnen Recht.

Nun geht Göppingen vor den Verwaltungsgerichtshof in Mannheim. 2012 waren es die Nazis, die sich das Recht zu demonstrieren, dort erstritten – in erster Instanz hatte die Stadt noch gewonnen. Doch das Ergebnis wird auch 2013 das Gleiche sein: NPD, Autonome Nationalisten und wie sie alle heißen werden hier marschieren.

Umso erfreulicher ist, dass immer mehr Menschen dazu aufrufen, in Göppingen den Nazis die Stirn zu bieten – von den Frisch-Auf-Frauen über Campino bis zu Itchy Poopzkid und anderen Prominenten reicht die Liste der Unterstützer des „Bündnis Nazis stoppen“. Dieses zweite Bündnis gegen den Aufmarsch ist rebellischer als „Kreis Göppingen nazifrei“ und ruft zu zivilem Ungehorsam in Form von Blockaden auf – das ist legitim und nach höchstrichterlicher Rechtssprechung keine Nötigung, solange die Aktionen gewaltfrei bleiben. In Ulm hat dies 2012 auch funktioniert.

„Wir zeigen Gesicht gegen rechts“ heißt die Foto-Aktion der Stadtverwaltung, OB Guido Till will auch auf der Kundgebung am Samstag sprechen. Umso verwunderlicher ist nun, dass er wieder zurückrudert und den Göppingern ziemlich unverblümt rät, zuhause zu bleiben. Was denn nun? Gesicht zeigen und den Reden horchen oder daheim bleiben? Konsequent ist anders.