KOMMENTAR HALLENDEBATTE: Der Wandel ist nicht Gott gegeben

DANIEL GRUPP 23.04.2013
Fast 1200 Mitglieder, aber nur drei sind bereit, im Vorstand Verantwortung für den Verein zu übernehmen. Drei Vorstandsposten, darunter der des Präsidenten, sind unbesetzt.

So wirkt der TSV Süßen bei seiner Hauptversammlung wie der Dachverband von acht lose verbundenen Abteilungen, kaum jemand engagiert sich für den Gesamtverein. Auch die Handballer wirkten wie Maulhelden. Sie haben zwar viel zu kritisieren und betonten ihren Rang als zweitgrößte Abteilung, hatten aber keinen Kandidaten fürs Präsidium. Ob der TSV auf dieser Grundlage das Sportvereinszentrum bauen kann, muss sich noch zeigen.

In Süßen sollen Räume für Gymnastik, Fitness und Gesundheitskurse erstellt werden. Dies sei die Zukunft des Sports. Damit lasse sich sogar die finanzielle Basis des TSV verbessern, heißt es. Hätten Stadt und Verein schon vor 25 Jahren entscheiden müssen, hätten sie vermutlich Tennisplätze gebaut, weil Tennis als Sportart der Zukunft galt. Fußball schien auf dem absteigenden Ast zu sein.

Mit dem demographischen Wandel werden die Sportstättenpläne begründet. Der Wandel ist aber nicht Gott gegeben, Menschen ändern sich. Dies zeigt der Blick nach Frankreich. Vor Jahrzehnten war die stagnierende Bevölkerungszahl des Nachbarlands Thema von politischen Seminaren, heute wächst dort die Einwohnerzahl, Frankreich kann Deutschland überholen oder Deutschland sich ändern - und Süßen hätte schon die zweite Halle, die zu klein ist.