KOMMENTAR GRÄBER FÜR MUSLIME: Zeichen des Respekts

KARIN TUTAS 17.07.2014
Wer etwas über eine Stadt wissen will, sollte über den Friedhof gehen. An kaum einem anderen Ort spiegelt sich die Geschichte einer Kommune und der in ihr lebenden Menschen so anschaulich wider.

Einer Entwicklung in der Gesellschaft wurde bislang in den Gemeinden des Landkreises kaum Rechnung getragen: Obwohl hier sehr viele Muslime ihre Heimat gefunden haben, sind auf den Friedhöfen nur wenige Menschen islamischen Glaubens beigesetzt.

Das neue Bestattungsrecht erlaubt nun auch Beisetzungen ohne Sarg und bietet damit Muslimen, die Möglichkeit, ihre Toten entsprechend ihrer Religion würdig zur letzten Ruhe zu betten. Die Stadt Ebersbach hat dem neuen Gesetz zügig Rechnung getragen. Die Stadt, in der rund 1000 Muslime leben, ermöglicht ihnen in einer Ruhestätte auf dem städtischen Friedhof ihre Verstorbenen so zu bestatten, wie es islamischen Riten entspricht. Das ist ein notwendiger und im Sinne der Integration überfälliger Schritt. Die Kommune setzt damit auch ein deutliches Zeichen des Respekts.

Konsequent ist auch der Schritt, neue Bestattungsformen zu ermöglichen. Der Bedarf ist groß, wie der Erfolg des Friedwaldes bei Wangen zeigt. Viele Kommunen im Landkreis reagieren auf die veränderten Bedürfnisse der Menschen. Aus gutem Grund: Die Vielfalt der Grabarten bereichert die Friedhöfe, deren wirtschaftlicher Betrieb für die Kommunen zunehmend zur Herausforderung wird.