Göppingen KOMMENTAR GÖPPINGEN: Neue Unruhe kündigt sich an

Göppingen / HELGE THIELE 26.05.2014
Göppingen hat einen neuen Gemeinderat gewählt – und es gibt Überraschungen. Die streitbare und oft unbequeme Linke schickt künftig zwei Vertreter ins Stadtparlament. Auch die Piraten errangen einen Sitz.

Womöglich schließen sich Linke und Piraten zu einer Fraktion zusammen. Wohin die gemeinsame Reise geht, steht noch in den Sternen.

Die CDU hat einen Sitz verloren, bleibt aber stärkste Kraft. Gemeinsam mit den Freien Wählern verfügen die Christdemokraten über eine absolute Mehrheit im Rat – zumindest mathematisch. In der Realität mag das am Ende anders aussehen, denn die Freien Wähler verteilen sich auf zwei Fraktionen. Und bei den Freien Wählern Göppingen (FWG) knirschte es gestern schon unmittelbar nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses. In der aus der ehemaligen VUB und der BAG hervorgegangenen Gruppierung kämpfen die früheren beiden Lager um die Vorherrschaft. Ausgang offen.

Die „anderen“ Freien Wähler, die eine Fraktion mit der FDP bilden, wurden in den Abwärtssog der FDP hineingezogen und müssen zwei Sitze abgeben.

Erholt hat sich die SPD, die wie die CDU ein Mandat verloren hat und künftig über acht Sitze verfügt. Bei näherem Hinsehen ist das aber eher eine gute Nachricht, denn in den vergangenen Jahren waren die Sozialdemokraten durch Austritte auf sechs Sitze geschrumpft. Die Grünen haben leicht zugelegt. Auch sie gehen – gegen den Bundestrend – gestärkt aus der Wahl hervor.

Bleibt abzuwarten, wie sich die Kräfte im Rathaus sortieren werden und ob statt verbaler Schärfe künftig die Sacharbeit wieder in den Vordergrund tritt. Zweifel sind jetzt schon angebracht. 

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