Göppingen KOMMENTAR FILS-TERRASSEN: Chance für Flusserlebnis genutzt

ARND WOLETZ 11.03.2014
Die neuen Fils-Terrassen westlich des Christophsbads liegen nicht gerade auf dem Präsentierteller. Man muss sie schon suchen. Schön ruhig wird es dort vorerst auch nicht sein. Die Privatklinik errichtet unmittelbar daneben einen Neubau.

Dennoch ist das Steuergeld gut angelegt. Wer daran herummäkelt, dass die Fils-Terrassen gegenüber einer meterhohen Lärmschutzwand gebaut werden und dazu noch an einer abgelegenen Stelle in der Stadt, der sollte sich eines immer klar machen: Es war auf absehbare Zeit die einzige Chance, die Fils in Göppingen aufzuweiten. Es nützt nichts, zu lamentieren, dass die Kommune in früheren Jahren das Flusserlebnis verschlafen hat, als Grundstücke am Wasser noch verfügbar waren. Die Stadt tat gut daran, den Flusszugang jetzt in Angriff zu nehmen. Die Uferpromenade inklusive Filstal-Radweg ist ein weiteres Glied einer immer dichter werdenden Perlenkette zwischen Wiesensteig und Plochingen. Am "Landschaftspark Fils" wirken inzwischen alle 16 Anrainerkommunen mit. Der Bewusstseinswandel kam spät, aber er ist richtig.

Dabei geht es nicht nur um die natürliche Flusslandschaft und innerstädtische Plansch-Stellen. Die Fils ist ja seit dem 19. Jahrhundert ein wichtiger Teil der Industriekultur. Die Neubelebung von historischer Industrie-Architektur kann ebenso spannende öffentliche Projekte hervorbringen. Für Göppingen eröffnen sich also weitere Chancen.