KOMMENTAR BLUMHARDT-SOZIETÄT: Ein Vordenker findet seinen Platz

JÜRGEN SCHÄFER 07.10.2014
Er ist nie in Vergessenheit geraten. Aber jetzt wird sein geistiges Erbe auf ein Podest gestellt, damit sich die Welt mit ihm befasse.

Er ist nie in Vergessenheit geraten. Aber jetzt wird sein geistiges Erbe auf ein Podest gestellt, damit sich die Welt mit ihm befasse. Mit der Gründung einer Sozietät findet Christoph Blumhardt, der einstige Kurhausbesitzer von Bad Boll, charismatische Prediger, Göppinger SPD-Abgeordnete und Vordenker für eine bessere Welt seinen Platz in der Nachwelt. Er hat der Kirche und der Gesellschaft neue Wege gewiesen, er war ein Titan und hat uns heute noch viel zu sagen. Über soziale Gerechtigkeit, über die Bewahrung des Friedens, über den Respekt gegenüber Menschen und Natur.

Es ist ein Glück, dass der noch neue Direktor der Evangelischen Akademie Bad Boll die Initiative ergriffen hat. Er hat Mitstreiter, die den Wunsch schon lange hegen, und hat eine grandiose Resonanz geerntet. Es zeigt sich, dass alle nur auf den Ruf warteten, eine ganze Blumhardt-Gemeinde stand bereit.

So schließt sich ein Kreis. Christoph Blumhardt war ein Wegbereiter der Evangelischen Akademie, er hat die Auseinandersetzung von Kirche und Gesellschaft schon im Kaiserreich geführt. Jetzt hebt diese Institution sein Erbe aufs Schild. Das verleiht auch dem Kurhaus neuen Glanz, es ist für Bad Boll und den ganzen Landkreis eine Bereicherung.

Wir brauchen das Vermächtnis dieses Visionärs, der vor 2500 Menschen predigte und doch ein einsamer Rufer in der Wüste war. Was er der Welt zurief, ignorierte sie damals.