KOMMENTAR · WINDKRAFT BEI WANGEN: Bekenntnis zur Energiewende

JÜRGEN SCHÄFER 24.02.2012

Wenn das keine gute Nachricht ist: Wangen sagt Ja zu einem Windkraftstandort am ehemaligen Bundeswehrdepot bei Oberberken. So darf man die Stimmung bei der Bürgerinformation deuten, die Bürgermeister Daniel Frey abgehalten hat. Protest blieb aus. Damit bestätigt sich in Wangen, was sich als landesweiter Trend abzeichnet: Die Bürger laufen keineswegs Sturm gegen Windräder in der Landschaft, wie das zu vermuten war. Sie wehren sich nicht gegen die "Verspargelung". Ob sie zustimmen oder ablehnen, hängt vom Standort ab. Mehr noch: Sie finden es interessant, in die Windkraft zu investieren.

Dann kann es ja noch etwas werden mit der Energiewende, die das Land braucht, wenn es beim endgültigen Abschied von der Atomenergie bleiben soll. Solange man sagt: Windräder bitte nicht bei uns, die gehören in die Nordsee, tut sich nichts. Das Beispiel Wangen macht Mut, ebenso die Ausweisung eines Windkraftstandorts bei Wäschenbeuren. Der Schurwald, so lautet die Botschaft, öffnet sich für die Windenergie.

Die Landesregierung hat diesen Umschwung in Gang gebracht - auch mit Druck. Für Gemeinden ist es ratsam, Standorte festzulegen, weil ihnen sonst Investoren Windräder an unerwünschte Stellen setzen können. Ebenso wichtig ist, dass die Bürger die Windkraft akzeptieren. Dann können sie auch selber Windräder aufstellen, wenn es an Investoren fehlt.

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