KOMMENTAR · WAHL IN GRUIBINGEN: Neustart für den Schultes

JÜRGEN SCHÄFER 07.05.2012

Der Wähler hat gesprochen - und es bei einem Donnergrollen belassen: Der Gruibinger Bürgermeister Roland Schweikert ist mit 62,4 Prozent klar im Amt bestätigt worden. Seine Herausforderer Ludwig Kraus und Uwe Sperling konnten nur das Potenzial der Unzufriedenen abschöpfen. Es gelang ihnen nicht, die Wähler für einen Wechsel zu begeistern. Dass sie mit Ideen auftrumpften, war zu wenig. Beide sind keine Verwaltungsfachleute, und für Kraus, der sich als ernsthafter Gegenkandidat profilierte, war sein Alter - 57 Jahre - ein zweites Handicap.

Für Schweikert sind die 62 Prozent angesichts der Blößen, die er sich gab, fast ein Traumergebnis. Die Gestaltung der Ortsmitte hat er schleifen lassen, auf die Leerstände im Ortskern wusste er keine Antwort, mit Windkraft hatte er nichts am Hut. Er hat auch ungeschickt taktiert: Erst zögerte er mit der Kandidatur, dann überließ er den Herausforderern das Feld.

Die Mehrheit hat ihm das alles nachgesehen, sie schätzt ihn als verlässlich und umgänglich. Schweikert muss nun zeigen, dass er Gruibingen aus dem "Dornröschenschlaf" reißen kann, den ihm die Kritiker zu recht vorwerfen. Auch seine eigenen Wähler erwarten das von ihm.

Das dürfte ihm gelingen. Schweikert ist ein Schaffer, der das Visier neu einstellen wird. Klar ist aber auch: Es geht ein Riss durch die Gemeinde. Und der wird nicht einfach zu kitten sein.