KOMMENTAR · VEREINSFUSION: Nur eine Interimslösung

KARIN TUTAS 20.04.2012

Die Kuh ist vom Eis. Überraschend ist der Ebersbacher Bürgermeister Sepp Vogler als Interimsvorsitzender des neuzugründenden Vereins "Pro Ebersbach" in die Bresche gesprungen, zu dem Stadtmarketing Ebersbach und der Handels- und Gewerbeverein verschmelzen wollen. Mit seinem Schritt hat Vogler die lange Suche nach einem Vorsitzenden für den neuen Verein beendet und damit ein Scheitern der Fusion verhindert.

Die äußerst zähe Suche nach geeignetem Führungspersonal spricht Bände. Stadtverwaltung, Stadtmarketingverein und HGV haben viele Stunden Arbeit investiert, um die Fusion der beiden Vereine auf den Weg zu bringen und ein überzeugendes Konzept gestrickt. Dabei wurden Kräfte verschlissen. Aber viel schwerer wiegt, dass es offenbar nicht gelungen ist, die Ziele des neuen Vereins zu vermitteln. Das mag zum einen daran liegen, dass der noch junge Stadtmarketingverein trotz gelungener Projekte in Ebersbach nicht richtig Fuß fassen konnte. Und der eher behäbig daherkommende HGV sprüht auch nicht unbedingt vor Elan, um als Zugpferd zu fungieren.

Es ehrt den Rathauschef, dass er sich nun an die Spitze von "Pro Ebersbach" stellen will. Aber das kann nur eine Interimslösung sein. Umso wichtiger ist, dass der neue Verein nun gut aus den Startlöchern kommt und sich so schnell wie möglich ein Vorsitzender aus der Bürgerschaft findet. Alles andere wäre ein Armutszeugnis für Ebersbach.