KOMMENTAR · STAUFER-FESTSPIELE: Der Erfolg ist programmiert

RÜDIGER GRAMSCH 09.08.2012

Millionen kennen die Melodien, die das "Weiße Rössl" zu dem Operettenerfolg schlechthin gemacht haben: "Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist?", "Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein" oder "Es muss was Wunderbares sein" sind ebenso populär wie die Robert-Stolz-Kompositionen "Mein Liebeslied muss ein Walzer sein" oder "Die ganze Welt ist himmelblau".

Die Mischung aus populärer Musik und leicht verständlicher Handlung vor der Kulisse des touristisch attraktiven Wolfgangsees im Salzkammergut berührt immer wieder die Herzen des Publikums. Künstlerische Leitung und die Akteure auf der Bühne können da nicht mehr viel falsch machen. Gleichwohl wird der bekannte Wiener Regisseur Anatol Preissler seiner Inszenierung in der Göppinger Werfthalle eine persönliche Note geben. Da darf man gespannt sein.

Trotz des programmierten Erfolgs der vierten Staufer-Festspiele bleiben der Mut und das unermessliche Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter, Sänger und Musiker, sowie der international tätigen Solisten beeindruckend. Dieser Einsatz und die einzigartigen Möglichkeiten, die das Festspielhaus Werfthalle auf Grund seiner Dimensionen bietet, heben das Göppinger "Weiße Rössl" von anderen Inszenierungen ab. Wie zuletzt bei der "Fledermaus" vor zwei Jahren darf sich das Publikum in der Region Stuttgart auf ein besonderes Ereignis freuen.