KOMMENTAR · REGIERUNGSPRÄSIDENT: Repräsentant mit Auftrag

TOBIAS FLEGEL 13.06.2012

Johannes Schmalzl ist ein häufiger Besucher im Kreis Göppingen geworden. Der Chef des Regierungspräsidiums ist in den vergangenen Monaten mehrmals ins Filstal gefahren, um Städten oder Gemeinden persönlich die Zusage für eine Förderung zu überbringen. Einen weiteren Botengang unternimmt er am Dienstag kommender Woche nach Eislingen.

Der Mann hat zu viel Zeit - mag mancher über die vielen Visiten denken. Anstelle quer durchs Land zu fahren, sollte sich Schmalzl lieber in seine Akten vertiefen und Entscheidungen treffen. Boshafte Zeitgenossen könnten dem Regierungspräsidenten sogar unterstellen, dass durch die Besuche dringende Arbeit unerledigt liegen bleibt.

Weit gefehlt, antwortet die Behörde in Stuttgart auf solche Vermutungen. Der Regierungspräsident bringe nicht jeden Scheck selbst zum Empfänger. Das geschehe nur, wenn sich die Gelegenheit dazu biete. Am Dienstag treffe Johannes Schmalzl Landrat Edgar Wolff und besuche anschließend eine Klinik sowie ein Unternehmen im Kreis. Als Abschluss der Tour habe sich ein Abstecher nach Eislingen angeboten.

Die Göppinger Nachbarstadt ist seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt im vergangenen Dezember enger mit dem Regierungspräsidium verbunden. Schmalzl würdigt diese Beziehung mit seinem Besuch. Kritik, dass er mit seinen Visiten nur nach Öffentlichkeit schielt, ist unangebracht.

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