KOMMENTAR · PROTEST GEGEN WINDKRAFT: Bedenken von gestern

JÜRGEN SCHÄFER 11.04.2012

Windkraft nein danke: das ist die Botschaft der neuen "Bürgerinitiative Stauferland", die sich im Schurwald gegründet hat und allerlei Schreckliches gegen die Windkraft vorbringt. Die modernen Windmühlen zerstörten die Kulturlandschaft und das Landschaftsbild, sie schädigten die Gesundheit von Mensch und Tier und raubten Tieren Lebensräume.

Soweit ist diese Kritik unbegründet. Artenschutz ist hierzulande derart wichtig, dass ein bis dato unbekannter Käfer den milliardenschweren Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs zu blockieren drohte. Mangel an geschützter Landschaften haben wir auch nicht, und Windkraftanlagen werden nicht in Biotope gesetzt.

Bedenklicher ist, dass Windkrafträder auch ihren GAU haben, den Rotorbrand. Damit muss man leben. Ratlos macht uns die Kritik, dass zur Herstellung von Windkrafträdern Raubbau an seltenen Erden in China nötig sei, der mit radioaktiver Verseuchung einhergehe. Das müssen die Techniker unbedingt klären und gegebenenfalls Lösungen finden.

Windkraft ist so zwingend, dass Kritik aberwitzig ist. Lange genug hat uns die Marotte von der Verspargelung der Landschaft zum Schlusslicht in Deutschland gemacht. Es ist die Haltung von gestern, Windkraft abzulehnen und einfach nur dagegen zu sein. Wenn sie je im Schurwald und auf der Alb auf breiter Front kommt - ja bitte. Es wird höchste Zeit dafür.

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