KOMMENTAR · MUSIKSCHULE EBERSBACH: Ein echtes Kleinod

DIRK HÜLSER 23.02.2012

Gestritten wurde seinerzeit viel, geunkt und gezweifelt auch - doch die neue Musikschule in der Villa Kauffmann in Ebersbach ist weder ein Millionengrab geworden, noch gab es auf der Baustellle größere unvorhergesehene Komplikationen. Im Gegenteil: Lediglich um die Steigerung des Baupreisindexes wurde das Projekt teurer, drei Prozent der veranschlagten Kosten. Hier haben Verwaltung und die ausführenden Bauunternehmen ganze Arbeit geleistet, nicht nur den Kämmerer wird das freuen.

Und was haben die Stadt Ebersbach und ihre Bürger für knapp zwei Millionen Euro - von denen nahezu die Hälfte das Land bezahlt - bekommen? Ein Schmuckstück, ein echtes Kleinod. Wer gesehen hat, in welch erbarmungswürdigem Zustand die ehemalige Fabrikantenvilla war, reibt sich jetzt verwundert die Augen. Schön, aber praktikabel ist das Gebäude geworden und richtig edel mutet der neue Anbau an.

Natürlich hat das Haus seinen morbiden Charme verloren, durch das Gemäuer weht kein Hauch der Geschichte mehr, dafür ist es zu perfekt saniert. Aber es handelt sich ja auch nicht um ein Heimatmuseum sondern um eine Musikschule. Und als solche wird die Jugendstilvilla ihren Zweck voll und ganz erfüllen - und einen wohltuenden Kontrast zur Supermarkt-Architektur des restlichen Kauffmann-Areals bilden. Ein Glück, dass die Zweifler sich nicht durchsetzen konnten. Die Mutigen haben Ebersbach einen großen Dienst erwiesen.