KOMMENTAR · LKW-VERKEHR: Schwierige Lenkmanöver

HELGE THIELE 07.03.2012

Das neue Lenkungskonzept für den Schwerlastverkehr im Schurwald erinnert an einen mit Wasser gefüllten Luftballon - und das ist keineswegs als Vorwurf an das Regierungspräsidium zu verstehen. Denn die Crux ist: Sperrt die Behörde die Schurwaldquerungen im Westen, weicht der Verkehr nach Osten aus. Ordnet die Behörde auch dort Fahrverbote an, läuft sie Gefahr, das Problem noch weiter ostwärts zu verlagern.

Nicht ohne Grund wächst im Lautertal die Sorge über die künftige Belastung der Landestraßen nach Schwäbisch Gmünd. Schon wird der Ruf nach einem Lkw-Nachtfahrverbot für die B 466 laut - analog zur B 297 zwischen Göppingen und Lorch. Doch auch die Hohenstaufenstadt ist noch nicht zufrieden: Sie hat jetzt beantragt, auch die Straße nach Hohenstaufen und Maitis für schwere Lastwagen zu sperren.

Das zeigt: Verkehrsströme gerecht zu lenken, ist eine Herkulesaufgabe. Von einzelnen Kommunen kann sie nicht gestemmt werden. Und selbst das übergeordnete Regierungspräsidium tut sich schwer. Solange nicht alle wichtigen mehrspurigen Bundesstraßen - dazu gehört auch die B 10 - für Lkw mautpflichtig sind, bleibt es für "Mautpreller" attraktiv, sich über Land von der A 7 zur A 8 zu schlängeln. Trotzdem sollte die Maut nicht als Allheilmittel angebetet werden. Denn ein großer Teil des Lkw-Verkehrs wird den Menschen erhalten bleiben. Er zeugt nämlich von der Wirtschaftsstärke der Region.