Kreis Göppingen KOMMENTAR · LEGIONELLEN: Vorbeugen statt Kopf schütteln

Kreis Göppingen / ARND WOLETZ 14.03.2014

So mancher Wohnungbesitzer und Hausverwalter wird über die neue Trinkwasserverordnung den Kopf geschüttelt haben. Die Pflicht zur Proben-Entnahme bei Trinkwasseranlagen in Mehrfamilienhäusern hielten sie für eine weitere gesetzlich abgesegnete Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die die Wohnungseigentümer berappen müssen.

Die Zahlen aus der ersten Probenrunde zeigen aber, dass das Thema auch im Kreis Göppingen nicht einfach abgetan werden kann - zumindest wenn man annimmt, dass bei extrem hohen Legionellenzahlen tatsächlich eine ernste Gesundheitsgefahr aus dem Duschkopf rauscht. Das ist offenbar auch bei uns immerhin in jeder zehnten der meldepflichtigen Proben der Fall. Das sollten sich vor allem diejenigen Wohnungseigentümer ins Gedächtnis rufen, die demnächst aufstöhnen werden, wenn ihnen Rechnungen auf den Tisch flattern: Proben-Entnahme, Spülungen, Desinfektionen gar neue Ventile und Armaturen können sehr viel Geld kosten.

Die Unruhe unter Immobilienbesitzern ist groß. Deshalb sollten Hausverwalter, Installateure und das Gesundheitsamt weiter an einem Strang ziehen, um den hohen Beratungsbedarf zu stillen. Denn oft ist Vorbeugung gegen Legionellen-Wachstum mit verhältnismäßig einfache Verhaltensregeln möglich. Wenn die erste Aufregung sich gelegt hat und die Prüfpflicht ihre Wirkung zeigt, dann werden auch die Kritiker an der Vollkasko-Mentalität verstummen.