KOMMENTAR · LANDSCHAFTSPARK FILSECK: Die Kirche im Dorf lassen

KARIN TUTAS 15.01.2014

Rummelplatz, Rehe auf der Flucht, vermüllte Landschaft, zugeparkte Ortschaften - die Bedenken sind fast immer dieselben. Geradezu reflexartig ertönt der Aufschrei, wo immer Neues entstehen soll. Dass der Landschaftspark Filseck, den die Stiftung der Kreissparkasse gemeinsam mit den Städten Göppingen und Uhingen verwirklichen will, von einzelnen Interessengruppen skeptisch beäugt wird, war zu erwarten.

Unstrittig ist, dass solch ein Projekt Konfliktpotenzial birgt. Hier die Bürger, die am Wochenende Erholung in der Natur suchen. Dort die Grundstückseigentümer, die befürchten, von Besucherströmen und Verkehr überrollt zu werden. Und schließlich sind da noch die Landwirte, die Beeinträchtigungen bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen oder gar deren Verlust befürchten.

Aber lassen wir die Kirche doch im Dorf. Das Konzept für den Landschaftspark lässt nicht erwarten, dass rund um das historische Schloss eine Art Disneyland entsteht, das in Massen Besucher anzieht. Und auch ein Flächenfraß ist nicht zu befürchten, schließlich geht es nur um Ergänzungen des Wegenetzes und um Aussichts-, Ruhe- und naturnahe Spielplätze. Dennoch ist es gut, dass die Protagonisten des Landschaftsparks die Ängste ernst nehmen. Solch ein Projekt kann nur im Konsens funktionieren. Wenn das gelingt, dann kann ein attraktives Naherholungsgebiet entstehen, auf das sich die Bürger freuen können.