KOMMENTAR · LÄRMSCHUTZ: Gut investiertes Geld

JOA SCHMID 17.04.2012

Was lange währt, scheint endlich auch im Landkreis Göppingen gut zu werden. Die Leidenszeit vieler lärmgeplagter Anwohner entlang der Filstaltrasse der Bahn ist vorbei oder geht ihrem Ende zu. Der Schallschutz zeigt Wirkung.

Der Lärm der Züge, die im Minutentakt an Wohnhäusern vorbei rauschen, ist für viele erträglicher geworden. Das machen die freudigen Reaktionen der Menschen, die entlang der Bahnstrecke in Faurndau wohnen, deutlich. Auch wenn sie mit der Optik der Aluminiumwände noch hadern, mit deren Fertigstellung bekamen sie ein Stück Lebensqualität zurück und sie wissen das zu schätzen. Die über sechs Millionen Euro, die für den Schallschutz entlang der Bahnlinie im Landkreis ausgegeben werden, sind gut investiertes Geld, soviel ist jetzt schon klar.

Die Bahn hat jedoch wenig Grund, sich auf die Schultern zu klopfen. Allzu lange hat sie beim Thema Lärmschutz auf die Bremse getreten. Die Anwohner haben Jahrzehnte auf diese Entlastung warten müssen. Hätte der Bund nicht sein millionenschweres Schallschutzprogramm gestartet, würden die Menschen in Faurndau womöglich heute noch mit Ohrstöpseln in ihren Wohnungen sitzen.

Die Kommunen im Landkreis sollten also nicht aufhören, das Verkehrsunternehmen in die Pflicht zu nehmen. Bei aller Sehnsucht nach Ruhe kann der Ruf nach mehr Lärmschutz nicht laut genug sein.