KOMMENTAR · KUNSTHALLE GÖPPINGEN: So viel Kunstvermittlung war nie

MARCUS ZECHA 13.03.2012

Schon erstaunlich, wie rührig die Kunsthalle Göppingen ist. So viel Kunstvermittlung war nie: Für Kinder gibt es den kreativen Workshop "Malzeit" und das jüngst ausgezeichnete Projekt "Schule macht Museum", für Jugendliche den Kunstclub Artpartment, für Erwachsene zahlreiche Themenabende und -führungen. Nun also "Kunst integrativ": Hier können Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Kunst entdecken.

Solche niederschwelligen Angebote benötigen nicht nur ein Konzept, ein geschultes, engagiertes Team sowie entsprechende Räumlichkeiten, sondern binden auch viel Zeit. Doch der Aufwand lohnt sich. Der Besucher muss nicht vorher Kunstgeschichte studiert haben, um sich mit zeitgenössischer Kunst auseinander zu setzen, um aus einem Themenabend Gewinn ziehen oder Spaß an einer Führung zu haben. Das fördert die Teilhabe an Kunst auch für all diejenigen, die sonst eher einen Bogen um Galerien machen.

Umso wichtiger ist, dass über dieser anspruchsvollen Vermittlungsarbeit die kuratorische Arbeit nicht zu kurz kommt. Denn die Personal- und Finanzdecke ist dünn angesichts der Ansprüche an die Kunsthalle. Letztlich - man mag dies gutheißen oder nicht - wird die Kunsthalle an der Strahlkraft ihrer Ausstellungen gemessen. Dazu müssen ständig Ideen gesammelt, Sponsoren gewonnen, Werbetrommeln gerührt werden. Mit einem Kurator und kleinem Etat ist dies auf Dauer nicht zu stemmen.