KOMMENTAR · KOMMUNALPOLITIK: Mehr Mut gefordert

RÜDIGER GRAMSCH 21.09.2012

Er schüttelt kein Patentrezept aus dem Ärmel und ihm liegt auch nicht daran, seine Ideen anderen überzustülpen. Im Gegenteil: Jürgen Spahl, Bürgermeister im fränkischen Rednitzhembach, vermittelt in Uhingen seinen Zuhörern vor allem Denkansätze, um eine Kommune aus den roten Zahlen zu holen. Dabei setzt Spahl vor allem auf bürgerschaftliches Engagement und die Fähigkeiten Einzelner. Mit verblüffendem Erfolg. Die Gemeinde spart viel Geld, weil sie ihre Mitarbeiter nach deren Fähigkeiten einsetzt und nicht nach einem Geschäftsverteilungsplan. Freiwillige Arbeitsleistungen der Bürger für ihre Kommune werden nicht einfach stillschweigend zur Kenntnis genommen, sondern hervorgehoben. Dafür geht der Rathaus-Chef schon mal Klinken putzen. Ein weiterer Ansatz: wo immer es geht, werden Arbeiten über eine gemeindeeigene Gesellschaft vergeben.

Vieles von dem, was Spahl in Uhingen erzählt, lässt sich so oder in abgewandelter Form auch in anderen Kommunen umsetzen. Bislang sind aber kaum Städte und Gemeinden auf Spahls Kurs eingeschwenkt. Das zeugt nicht gerade von Mut, Fantasie und Kreativität der verantwortlich Handelnden in den Rathäusern, obwohl der Schuldenabbau mit eine der vorrangigsten Aufgaben ist. Da bleibt nur zu hoffen, dass sich wenigstens die Bürgermeister und Gemeinderäte im Stauferkreis von Spahl haben inspirieren lassen und nun mit gutem Beispiel vorangehen.