Süßen KOMMENTAR · KELLERBAU: Hoffnung für die Arbeitsplätze

DANIEL GRUPP 08.08.2012
Wenn die Kräne, die überall in den Himmel ragen, nicht stark täuschen, dann kann sich die Baubranche derzeit nicht über die Konjunktur beklagen. An Aufträgen scheint es nicht zu mangeln.

Dennoch musste ein Traditionsunternehmen des Landkreises mitten im Hochsommer, also zu einer Zeit, in der im Gegensatz zum Winter die Firma gut ausgelastet sein müsste, den Gang zum Insolvenzgericht antreten. Betroffen von der Pleite, die auch Gewerkschaftsvertreter überrascht hat, sind knapp 250 Mitarbeiter. Deren Einkommen ist für die nächsten drei Monate gesichert, dann droht eine unsichere Zukunft.

Die Beschäftigten dürfen aber hoffen, dass es in Süßen bei Kellerbau, womöglich unter neuer Leitung, weiter geht. In einer ersten Einschätzung stellte Insolvenzverwalter Michael Pluta fest, dass der Insolvenzantrag frühzeitig gestellt wurde. Somit sei eine Überschuldung vermieden worden. Wenn der genaue Blick in die Bücher keine böse Überraschung bringt, sondern die Aussage bestätigt, können die Arbeitsplätze hoffentlich gerettet werden.

Die Insolvenz der renommierten Firma zeigt aber, wie eng die Margen in der Branche sind. Da oft Konkurrenten antreten, die um jede Baustelle mit Niedrigpreisen kämpfen, kann selbst ein volles Auftragsbuch nicht vor roten Zahlen schützen. Widrigkeiten im Untergrund oder Dauerregen zu Hauptbauzeiten können schon genügen, damit nichts mehr verdient ist.