KOMMENTAR · KAMMERMUSIK-AKADEMIE: Wertvolle Kulturförderung

MARCUS ZECHA 05.04.2012

Friedrich II. war bekannt als globaler Geist und Förderer der Künste. Was sich derzeit unterm Hohenstaufen abspielt, hätte dem Stauferkaiser gefallen. Hochbegabte Talente aus vier Kontinenten spielen dort in der ersten Kammermusik-Akademie zusammen. Die Akademie ist das Pendant zu der im Herbst stattfindenden Festivalreihe, die seit 2006 von den Rilling-Töchtern Sara und Rahel künstlerisch verantwortet wird. Die Teilnehmer schätzen die familiäre Atmosphäre beider Veranstaltungen, musizieren und wohnen sie doch in den Häusern von Ulrich Grill und Helmuth Rilling. Dass der langjährige Dirigent der Gächinger Kantorei und des Bach-Collegiums Stuttgart die Kammermusik-Akademie unterstützt, ist kein Zufall. Rilling hat sich schon als Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart für die Förderung junger Musiker engagiert. Von der Erfahrung und dem Renommee Rillings und seiner Töchter profitieren auch die Göppinger, die jetzt zwei Mal im Jahr in den Genuss mehrerer feiner Kammerkonzerte kommen.

Doch auch der Ort Hohenstaufen, die Stadt und der Landkreis gewinnen - und das, ohne zahlen zu müssen. Denn den 15 000-Euro-Etat stemmt der rührige Förderverein allein - und macht damit vor, wie man das Image des Hohenstaufen als Hort der Kultur auch ohne gewaltige Finanzspritzen aufpäppeln kann. Auch dies würde Stauferkaiser Federico, dem Förderer der Künste, gefallen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel