KOMMENTAR · HAUPTSTRASSENBRÜCKE: Der Schatten des grauen Kolosses

DANIEL GRUPP 08.02.2012

Kategorie A - die zentrale Eislinger Brücke über Fils und Bahn ist in einem guten Zustand. Es gibt keinen technischen Grund, die Überführung abzureißen. Wird das Bauwerk regelmäßig repariert, kann es noch weitere 30 oder 40 Jahre seinen Zweck erfüllen: die Verbindung von Eislingen Nord und Süd.

Die Stadt möchte allerdings in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten - ein Zeitplan wurde noch nicht beschlossen - ihr Zentrum zwischen dem Schloss, dem heutigen Schlosstheater und der Hindenburgstraße neu gestalten. Da ist der hässliche Koloss aus den 60er Jahren im Weg. Eine schmucke Mitte, die mit einem Platz Schloss und neues Rathaus verbindet, lässt sich kaum im Schatten der Überführung herstellen. Nachdem die Untersuchung jetzt aber gezeigt hat, dass die Brücke technisch in einem guten Zustand ist, kann der Abriss nur noch mit dem Ziel begründet werden, die neue Mitte schöner zu gestalten. Angesichts der zig Millionen Euro, die insgesamt in das Großprojekt gesteckt werden müssen, dürfte es aber ziemlich schwierig werden, den Abriss politisch durchzusetzen.

Weitere 30 Jahre zu warten, ist im Hinblick auf das Gesamtvorhaben allerdings ebenfalls fragwürdig. Bleibt der graue Koloss, verliert das neue Zentrum erheblich an Attraktivität. Um dies zu verhindern, ist Eislingen fast dazu gezwungen, in den nächsten 10, 15 Jahren die neue Nord-Süd-Trasse zu bauen und die Überführung abzureißen.

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