KOMMENTAR · GÖPPINGER FEUERWEHR: Neue Zeitrechnung

HELGE THIELE 03.02.2012

Es ist leise geworden um die Göppinger Feuerwehr - und das ist ein gutes Zeichen. Die jahrelangen internen Querelen mit dem Abgang von Kommandant Guntram Vollmer als Höhepunkt der Krise haben dem Image der Stadt Göppingen geschadet. Deshalb kann die Leistung von Michael Reick gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. In vielen, intensiven Gesprächen hat der Kreisbrandmeister, den OB Guido Till als Interims-Kommandanten gewinnen konnte, erreicht, dass wieder Frieden einkehrt bei den rund 260 Aktiven und elf hauptamtlichen Einsatzkräften der Göppinger Wehr.

Im Rathaus hofft man, dass dieser Frieden dauerhafter Natur ist. Armin Becker, der neue Kommandant, der jetzt von OB Till ins Amt eingesetzt wurde, hat keine einfache Aufgabe vor sich. Doch er fängt nicht bei Null an, sondern kann auf dem sechsmonatigen Friedenseinsatz des Kreisbrandmeisters aufbauen.

Viel wird davon abhängen, ob es dem erst 34 Jahre alten Becker gelingen wird, trotz unterschiedlicher Charaktere und Vorstellungen innerhalb der Wehr die Löschtruppe fachlich und sozial gut zu führen. Becker bringt das Rüstzeug dafür mit - und genießt das volle Vertrauen der Stadt. Das sollte alle Angehörige der Göppinger Feuerwehr motivieren, einen Schlussstrich unter die Vergangenheit zu ziehen, an einem Strang zu ziehen und auftauchende Probleme sofort zu lösen - bevor eine neue Konflikt-Suppe zu köcheln beginnt.